Trockenheit in Sachsen spitzt sich regional zu

Sachsen -  In Sachsen sind viele Felder bereits abgeerntet. Zeit für den Landesbauernverband am Mittwoch Bilanz zu ziehen. Zusammen mit Landwirtschaftsminister Günther hat LBS-Präsident Torsten Krawczyk dazu in die Agrargenossenschaft Zwönitz eingeladen. Gebietsweise kam es zu starken Ernteverlusten durch Trockenheit im Frühjahr und Frostschäden im Mai. Im Juli und August folgten teils starke Niederschläge, die sehr unterschiedlich über Sachsen verteilt waren. Der August brachte dann erneut eine längere Hitze- und Trockenphase. Deshalb fehlen auch weiterhin Bodenwasservorräte für die Landwirtschaft.

Für die einzelnen Kulturen legt der SLB folgende Zusammenfassung vor: Die Ertragslage bei Wintergerste stellt sich je nach Niederschlagsmenge und -verteilung sowie Bodenart und Wasserhaltefähigkeit sehr heterogen dar. Neben Schäden durch Frost und Trockenheit (Taubährigkeit) kamen Probleme wie Zwiewuchs und teilweise hoher Unkrautbesatz hinzu. In Nordsachsen wurde Wintergerste daher zum Großteil als Ganzpflanzensilage zur Sicherung der Futterversorgung geerntet. Bei der Sommergerste wurde zum Teil Schmachtkorn registriert. Die Futtergetreideart Triticale zeigt ebenfalls sehr differenzierte Erträge und Qualitätsmerkmale, selbst innerhalb der Regionen. Raps weist trotz kleiner Körner relativ gute Ölgehalte auf. Jedoch haben auch hier Hagel, Trockenheit und Frost nachhaltig Schaden angerichtet – teilweise fehlende Schotenansätze, die zu Ertragsverlusten führten. Gebietsweise ist der Körnermais sehr schlecht entwickelt und eine Kolbenbildung kaum oder nicht vorhanden. Ebenso konnte die Futterversorgung in diesem Bereich nicht flächendeckend aufgestockt werden. Fehlendes Wasser und hohe Temperaturen hatten beim Mais Hitze- und Trockenstress wie Einrollen der Blätter oder Wachstumsverzögerung zum Teil bis zum Absterben der Pflanzen zur Folge. Während die laufende Maisernte in Ostsachsen Durchschnittswerte erreicht, führt sie in Nordsachsen zu Futtermangel.

Nach der Ernte zeigt sich ein neues Problem mit der Entwicklung der Feldmäusepopulation. Von weggefressenen Getreidestreifen bis zu Löchern, die dicht an dicht liegen, reicht das Schadbild. Selbst die Beutetiere können den Mäusebestand nicht reduzieren. „Nach Trockenheit und Spätfrösten nagen nun auch noch die Mäuse an unserer Ernte. Unumgänglich wird deshalb eine sachgerechte chemischen Mäusebekämpfung im Einklang mit dem geltenden Pflanzen- und Naturschutzrecht. Für viele meiner Kollegen ist das angesichts der aktuellen Lage existenziell“ sagt der Bauernpräsident.