Trompetter Guss – Anhörung

Es ist ein Streit, der seit langer Zeit schwelt und seit vergangenem Jahr eskaliert ist – die Chemnitzer Gießerei „Trompetter Guss“ gegen Anwohner, die sich durch Lärm und Gestank belästigt fühlen.

Als die Gießerei ihr Werk erweitern wollte, zogen die Anwohner vor Gericht.

Zwar wurde dieser Prozess von „Trompetter Guss“ gewonnen, doch die Nachtarbeit wurde untersagt. Nun liegt ein neuer Antrag zur Nachtarbeit vor. Bei der heutigen Anhörung war René Thierfelder vor Ort.

In den Räumen des „Armen Theaters“ in der Schönherrfabrik haben sich heute sich Vertreter der „Trompetter Guss Chemnitz GmbH“, Vertreter der Stadt und Anwohner getroffen. Bei der Anhörung sollte ein, von der Gießerei gestellter Genehmigungsantrag erörtert werden.

„Trompetter Guss“ plant demnach, wieder in drei Schichten, also auch nachts, zu arbeiten. Eine bereits 1999 erteilte Genehmigung dazu wurde im vergangenen Jahr vom Verwaltungsgericht Chemnitz zurückgenommen.

Gegen den erneut gestellten Antrag auf Nachtschichtbetrieb sprechen sich allerdings viele Anwohner aus. Sie haben gleichzeitig Beschwerde gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Chemnitz eingelegt, das „Trompetter Guss“ die Verdopplung seiner Kapazität erlaubt. 

Interview: Jan-Bernd Faust Wohnungsverwaltungsgesellschaft nordpark GmbH 

Interview: Ursula Krenz Anwohnerin

Nach Beginn der Anhörung wurde SACHSEN FERNSEHEN ein weiteres Filmen von den Rechtsanwälten von „Trompetter Guss“ untersagt.

Die Firma äußert sich zu den Vorwürfen der Anwohner: „Die TROMPETTER GUSS Chemnitz GmbH und die beteiligten Gutachter, […], sind sich sicher, dass die gegen den Genehmigungsanspruch geäußerten Bedenken im Rahmen der Erörterung ausgeräumt werden können. Sowohl im Bereich des Lärmschutzes als auch bei der Luftreinigung und den Geruchsimmisionen sind […] strenge Grenzwerte vorgegeben, deren Einhaltung und Unterschreitung durch die TROMPETTER GUSS Chemnitz GmbH mit den […] Gutachten detailliert prognostiziert und nachgewiesen werden konnte.“

Nach eigenen Aussagen beruhigen die Anwohner solche Aussagen kaum. Sie fühlen sich von „Trompetter Guss“ hintergangen.

Interview: Jan-Bernd Faust Wohnungsverwaltungsgesellschaft nordpark GmbH

Die Stadt zeigt Verständnis für die Einwände der Anwohner, weißt aber auch auf die Bedeutung der Gießerei als Wirtschaftsfaktor hin.

Interview: Miko Runkel – Rechtsbürgermeister Chemnitz

Die Stadt steht trotzdem zwischen den Stühlen auch wenn das für die Anwohner schwer verständlich ist.
 
Interview: Ursula Krenz Anwohnerin

Diese Frage wurde sicher schon des Öfteren gestellt, eine Antwort darauf, mag niemand geben. Zumindest weißt die Stadt aber den Vorwurf der mangelnden Untersuchungen zurück.

Interview: Miko Runkel – Rechtsbürgermeister Chemnitz

Nach der Anhörung liegt die Entscheidung zur Genehmigung des Nachtschichtbetriebes nun bei der Stadt. Die muss gut abwägen, mit einer Entscheidung ist dennoch nicht vor kommenden Monat zu rechnen.

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