Trotz Halbzeitführung – HCE verspielt Sieg gegen Hamm

Dresden - Der  HC Elbflorenz hat am 33. Spieltag der 2. Handballbundesliga gegen den ASV Hamm-Westfalen mit 24:25 (12:9) verloren. Trotz der Heimniederlage in der BallsportArena vor gut 1500 Zuschauern haben Dresdens Elitehandballer als Tabellendreizehnter im Saisonendspurt alle Chancen auf den Klassenerhalt.

Führung verdaddelt - Klassenerhalt trotzdem greifbar

Frei nach Shakespeare und etwas mit sächsischer Note, stellt sich für den Gegner aus Westfalen vor jedem Spiel die gleiche Frage, nämlich „Hamm oder nicht Hamm?“. Nach dem Spiel konnte der ASV das im Blick auf die Punkte mit „hamm“ beantworten. Faszinierend wenn der Stadtname quasi immer Verpflichtung ist. (: Für die Dresdner war das um bei Shakespeare zu bleiben, aber kein Drama.
Der HC präsentierte sich über weite Strecken der 1. Halbzeit sehr gut. Die Kombination Abwehr und Torhüter schaffte es die Gäste bis zur Halbzeit bei 9 Toren zu halten. Vor allem Mario Huhnstock im Tor der Sachsen lief zur Höchstform auf. Er parierte im 1. Spielabschnitt 9 Bälle und das teilweise spektakulär. 

© Sachsen Fernsehen

Die Gäste aus Hamm taten sich vor allem die Anfangsviertelstunde sehr schwer. So führte der HC nach 18 Minuten mit 7:3. ASV Coach Kay Rothenpieler hatte schon in der 12. Minute eine Auszeit genommen, um seine Mannschaft positiv zu beeinflussen. Auch wenn sich der ASV ab der 20. Minute steigern konnte, waren die Dresdner doch weiter spielbestimmend. Beide Spielmacher des HC Roman Becvar sowie Arseniy Buschmann hielten die Fäden im HC-Angriff klug in der Hand. Im letzten Drittel der 1. Halbzeit pendelte sich der Vorsprung zwischen 2 und 3 Toren ein, wobei die Westfalen sehr oft vor allem über den Kreis erfolgreich waren. Der sonst so starke ASV-Aufbau blieb zunächst erst einmal weitestgehend wirkungslos. Mit dem 12:9 vom Kreis durch Norman Flödl setzten die Dresdner dann einen spektakulären Schlusspunkt auf starke 30 HC-Minuten. 5 Sekunden waren noch zu spielen als Norman Flödl durch einen „Raketenpass“ jenseits der Mittellinie bedient wurden und sich dann gegen zwei Deckungsspieler durchsetzte, um mit links (seinem Nichtwurfarm) das Tor zu erzielen. ASV Kay Rothenpieler sagte nach der Partie: „Ich habe meinem Team in der Kabine gesagt, dass wir trotz unserer Leistung ja nur 12:9 zurückliegen und das wir jetzt noch eine richtig gute Halbzeit spielen wollen.“ Wermutstropfen war für den HC leider die Verletzung von Nils Kretschmer, der sich bei einer spektakulären Rettungsaktion in der 1. Halbzeit so verletzt hatte, dass er sofort ins Krankenhaus musste.

In der 2. Halbzeit erlebte das Publikum dann vermehrt den ASV Hamm, den die Sachsen schon eher erwartet hatten. Zunächst einmal konnte sich Felix Storbeck im Tor des ASV auf sein normales Niveau bringen. Er parierte immer wieder wichtige Bälle für sein Team. Zwar war der HC mit einer Parade und dem 13:9 in die 2. Halbzeit gestartet, in der Folge lud man jedoch den ASV zu vielen einfachen Gegentoren ein und der ASV nahm diese Einladung an. Beweis dafür war der 11., 12. und 13. Treffer der Gäste, denn diese erzielte das Team aus der 2. Wellen heraus. Zudem bestrafte das Teams aus Westfalen auch in der Folge sich häufende Dresdner Fehler im leichten Gegentoren. Beim 15:15 in der 39. Minute war es dann erneut ein Treffer aus der schnellen Vorwärtsbewegung, welcher dem ASV das erste Remis im Spiel brachte. Ebenso war es mit dem Treffer zum 15:16 durch einen jetzt immer stärker werdenden ASV-Spielmacher Fannar Tor Fridgeirsson und beim Kontertreffer zum 15:17 durch eben den selben Spieler. Christian Pöhler sagte nach der Partie: „Ich hatte schon in den Spielen zuvor geahnt, dass so eine Phase, welche wir immer mal wieder haben, einmal der Genickbruch sein wird.“ Die Sachsen erzielten dann durch Julius Dierberg in der 40. Minute, nach 5 torlosen und sehr fehlerhaften Minuten, das 16:17. Bis zum 20:22 durch Fannar Tor Fridgeirsson vom Siebenmeterpunkt in der 52. Minute führte der ASV immer mit einem oder zwei Treffern. Vor diesem Treffer hatte es der aufopferungsvoll kämpfende HC allerdings gleich mehrfach verpasst das Spiel auf 21:21 zu stellen. Als der ASV dann erneut einen Fehler des HC im Gegenangriff durch den wurfgewaltigen Christopher Neuhold zum 20:23 nutzten, war das fast schon die Vorentscheidung. Die Dresdner gaben sich aber nicht geschlagen und kamen durch Roman Becvar und Tim-Philip Jurgeleit noch einmal auf 22:23 heran. Da waren noch knapp 3 Minuten zu spielen. Anschließend kassierte der HC aber eine Zeitstrafe und einen Strafwurf, welchen erneut Fannar Tor Fridgeirsson zum 22:24 verwandelte. Als der ASV-Spielmacher dann 1 Minute vor dem Ende das 22:25 erzielte, war das Spiel entschieden. Der HC versuchte noch einmal alles und konnte durch den wiedererstarkten Norman Flödl noch zweimal zum 24:25 treffen. Der Sieg war dem ASV aber nicht mehr zu nehmen. Die Westfalen hatten in der Schlussphase wie ein wahres Spitzenteam agiert. Kay Rothenpieler sagte nach der Partie: „Wir sind mit viel Respekt hier her gefahren und wussten, dass wir viel investieren müssen. Ich bin natürlich froh über die beiden Punkte. Der HC hatte zuletzt immerhin sehr stabil und stark agiert.“

Fazit: Am Ende gewann der Favorit aus Hamm denkbar knapp in Dresden. Die Sachsen leistet sich nach einer starken 1. Halbzeit im 2. Durchgang einfach zu viele einfach Fehler, was der ASV mit vielen schnellen Gegentore bestrafte. Genau das Spiel, was die Westfalen mit am besten in der Liga beherrschen. Zudem konnte sich Felix Storbeck im Hammer Tor immer mehr steigern. Auch hatten die Westfalen in Fannar Tor Fridgeirsson den entscheidenden Mann auf der Platte. Er riss das Spiel des ASV im Verlaufe der Partie mehr und mehr an sich uns war mit 8/2 Treffern der erfolgreichste Torschütze seines Teams. Es bleibt aber auch die Erkenntnis, der HC kämpfte bis in die Schlusssekunde und hatte sich so den Beifall der eigenen Fans nachdem Spiel redlich verdient. Die Chancen das Spiel anders zu gestalten waren da. Den Dresdner Zuschauern gilt für ihre tolle Unterstützung wieder ein Extralob.

Nils Kretschmer wünschen wir auf diesem Weg alles Gute im Blick auf seine Genesung!

Quelle: Wolfram Wegehaupt/ HC Elbflorenz

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