Trotz Handicap mitten im Arbeitsleben

Chemnitz – Mit einem Handicap trotzdem Arbeit finden ist für eine Vielzahl der Behinderten schwierig. Oftmals sind Unternehmen nicht offen genug, um auch diesen Menschen eine Chance zu gewähren.

Als gutes Beispiel geht da die Schmaus GmbH aus Hartmannsdorf voran. In dem 1990 gegründeten familiengeführten Unternehmen haben 27 Prozent der Mitarbeiter eine Behinderung. Sechs davon sind Gehörlose oder Hörgeschädigte. Der erste Mitarbeiter mit Handicap wurde im Jahr 2000 angestellt, und ist noch heute im Unternehmen tätig. Mit ihm wurde also der Startschuss für weitere Anstellungen gegeben.

Die Unternehmensphilosophie ist darauf ausgerichtet der Inklusion von Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben. Dafür wurde das Familienunternehmen jetzt auch mit dem Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018 ausgezeichnet. Der Mix am Arbeitsplatz aus Angestellten mit und ohne Handicap ist dabei keine große Hürde. So lassen sich die Mitarbeiter mit Hörschädigung beispielsweise nicht so leicht durch Störgeräusche von der Arbeit ablenken. Durch die Unterstützung der Geschäftsführung und der Kollegen ist der Arbeitsalltag leicht zu bewältigen. Olga Schell ist eine der Gehörlosen Angestellten – bereits seit neun Jahren ist sie fester Bestandteil des Teams und sehr glücklich darüber, dass sie damals in der Firma angestellt wurde.

Um Verständigungsproblemen von Beginn an aus dem Weg zu gehen, hat sich die Firma dazu entschieden, alle Mitarbeiter zusammenzuführen und über Grundlagen aufzuklären.

Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz geben – was für einen Großteil der Arbeitgeber noch immer ein unbeschriebenes Blatt ist, kann jederzeit zur Win-Win-Situation für beide Seiten werden.