Trotz WGT-Absage: Szene veranstaltet Viktorianisches Picknick

Leipzig - Obwohl das Wave-Gotik-Treffen eigentlich abgesagt worden ist, tummelten sich im Clara-Zetkin-Park zahlreiche Anhänger der schwarzen Szene. Traditionell veranstalteten sie das Viktorianische Picknick - natürlich unter den Corona-Auflagen. Unter ihnen war Dr. Mark Benecke, bekannter Kriminalbiologe und Buchautor.

Trotz der Absage des Wave-Gotik-Treffens wegen der Corona-Auflagen, trafen sich am Freitag zahlreiche Teilnehmer zum Viktorianischen Picknick im Clara-Zetkin-Park. Es ist wohl das bekannteste Highlight des WGT und bildet den Auftakt des Musik- und Kulturfestivals. Obwohl offiziell abgesagt ließen es sich viele Teilnehmer nicht nehmen, an der Tradition festzuhalten. Vielfältige Kostüme von dunkelbunt bis schwarz, von viktorianisch-romantisch bis zu Steampunk oder Cyber-Gothic.

 

© Leipzig Fernsehen
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"Dr. Made" ist langjähriger WGT-Besucher

Unter den Teilnehmern war auch der aus dem Fernsehen und als Buchautor bekannte Kriminalbiologe Mark Benecke alias "Dr. Made". Er ist ein langjähriger WGT-Besucher und bleibt über Pfingsten in der Messestadt.  "Also bis jetzt sind wir hier herumgeschlichen, haben Quatsch gemacht, Zylinder signiert. Ines, meine Frau, wird eher fotografiert, weil sie wahrscheinlich fotogener ist als ich", schmunzelt er.

 

Treffen im Zeichen von Corona

Im Clara-Zetkin-Park sammeln sich alle Liebhaber aufwändiger Kleider und Accessoires, um gemeinsam zu feiern. Viele von ihnen haben mehrere Monate an ihrem Outfit gearbeitet. Vorteil: Bei einigen gehört die Maske bereits dazu, so dass in Corona-Zeiten die gebotenen Abstands- und Kontaktbeschränkungen eingehalten werden.

© Leipzig Fernsehen
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Kurzfristige Absage sorgt für Ärger

Das Wave-Gotik-Treffen ist das weltweit größte Zusammenkommen der "schwarzen Szene". Es findet seit 1992 statt und zieht jährlich bis zu 20.000 Anhänger weltweit nach Leipzig. In diesem Jahr mussten  die Veranstalter das WGT wegen der Corona-Pandemie absagen. Für viele Besucher sorgte der Zeitpunkt allerdings für Ärger. Er erfolgte erst vor drei Wochen, obwohl in Sachsen bereits seit Mitte April ein Verbot von Großveranstaltungen gilt.