TU Chemnitz gewinnt ostdeutsche Hochschulmeisterschaft

Wer als Kenner des deutschen Basketballs am vergangenen Freitag über Magdeburgs Universitäts-Campus schlenderte, geriet zunächst vielleicht ins Staunen.

Mitten auf dem Parkplatz stand der auffällige Mannschaftsbus der BV Chemnitz 99. Die Ostdeutschen Hochschulmeisterschaften und mit von der Partie war eben auch die TU Chemnitz. In deren Kader standen gleich 8 aktuelle oder ehemalige BV-Akteure, allen voran die zweitligaerfahrenen Sascha Ahnsehl, Andreas Worenz, Christian Klink und Alexander Endig.

Das Auftaktspiel bestritten sogleich die Chemnitzer Korbjäger gegen den Gastgeber aus Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Dabei war es dem Ex-NINER Christian Klink vorbehalten, mit einem erfolgreichen Dreier die ersten Punkte des Turniers zu markieren. Anschließend präsentierte sich Magdeburg, die mehrere Regionalliga-Akteure in ihrem Team hatten, als äußerst ernstzunehmender Gegner. So lagen die Chemnitzer Uni-Sportler zur Halbzeit nur knapp mit 34:29 in Führung. Im 3. Viertel konnte man sich dann jedoch schnell auf 47:33 absetzen und die Vorentscheidung lag in der Luft. Doch magere 9 Punkte in den verbleibenden 10 Minuten ermöglichten es Magdeburg, bis zur Schlußsirene auszugleichen (56:56) und eine Verlängerung zu erzwingen. Wenn es vorn nicht läuft, muss die Defensive umso besser stehen. Diesen Leitsatz beherzten die Chemnitzer in der Verlängerung und ließen bis auf einen Glücksdreier in der Schlußminute keine Magdeburger Punkte mehr zu. Im Gegenzug trugen vor allem Worenz und Endig mit ihren Treffern zu einem letztlich deutlichen 67:59-Sieg bei.

In ihrer zweiten Begegnung traf die TU Chemnitz auf den Titelverteidiger Berlin. Dabei waren die Sachsen besonders motiviert, unterlag man den Hauptstädtern doch im Vorjahr nur hauchdünn nach Verlängerung. So legte die Mannschaft von Trainer Torsten Braun, Dozent für Biomechanik an der TU Chemnitz, los wie die Feuerwehr und führte zur Pause bereits mit 38:20. Dank des beruhigenden Vorsprungs bekamen nun auch die Bankspieler mehr Einsatzzeit, so zum Beispiel NINERS-Pressesprecher Matthias Fiedler oder der frischgebackene Landesliga-Aufsteiger Mario Wötzel vom SV Tanne Thalheim. Dennoch konnte die Führung in den nächsten 7 Minuten, im Gegensatz zu Punktspielen wurde die Viertelspielzeit beim Turnier um 3 Minuten verkürzt, sogar auf 20 Punkte ausgebaut werden (50:30). Im Schlußabschnitt schaltete Chemnitz dann 2 Gänge zurück und brachte den Sieg mit 57:46 sicher nach Hause.

Im abschließenden Spiel wartete nun das Team der Universität Leipzig, gegen das Chemnitz erst vor 4 Wochen bei der sächsischen Landesmeisterschaft gewinnen konnte. Da auch die Pleiße-Städter ihre vorangegangenen Partien gewannen, wurde das sächsische Duell zugleich zum Endspiel um den Turniersieg. Da Leipzig mit Matthias Haut und Fabian Zink (beide ehemals Jena), sowie Daniel Montag (früher MBC) ebenfalls 3 zweitligaerfahrene Akteure in ihren Reihen hatten, begegneten sich hier 2 Teams auf Augenhöhe und zeigten phasenweise hochklassigen Basketball. Mit einem Dreier pünktlich zum Halbzeitpfiff stellte Rico Grunert vom Oberliga-Aufsteiger SG Adelsberg die knappe 28:26-Pausenführung für Chemnitz her. Nach dem Seitenwechsel schlug erneut die starke TU-Defensive zu. Allen voran Frank Schöpke, der zweite Adelsberger in Chemnitzer Reihen, und Alexander Endig brachten Leipzig mit spektakulären Blocks und Steals zur Verzweiflung. Der so ermöglichte 17:5-Lauf war eine Vorentscheidung. Weil Chemnitz dann auch in der Schlußphase seine gute Freiwurfquote (73% im gesamten Turnier) bestätigte, konnte Leipzig nicht mehr entscheidend verkürzen. Mit dem 59:50-Sieg wurde die TU Chemnitz letztlich verdienter ostdeutscher Hochschulmeister und qualifizierte sich so für das Bundesfinale am 14. und 15. Juli in Freiburg.

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