TU Dresden qualifiziert sich für die nächste Runde im Exzellenzwettbewerb

Dresden – Die TU Dresden geht mit sechs von acht Antragsskizzen in die nächste Runde des Exzellenzwettbewerbs. Am Freitag hat Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange die freudige Botschaft verkündet. 

Sachsens Universitäten gehen mit sieben Anträgen in das Rennen um die Förderung von Forschungsclustern im Rahmen der Exzellenzstrategie. Damit war jede zweite der Antragsskizzen von sächsischen Universitäten erfolgreich. Die TU Dresden errang einen großen Zwischenerfolg. Sie darf nun sechs Vollanträge einreichen. Die Universität Leipzig wird mit einem Antrag ins Rennen gehen. Die jeweils zwei Antragsskizzen der TU Chemnitz und der TU Bergakademie Freiberg wurden nicht zur Antragsstellung aufgefordert.

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: „Ich gratuliere der TU Dresden und der Universität Leipzig zu diesem Zwischenerfolg. Jetzt kommt es darauf an, aus den Skizzen überzeugende Förderanträge zu entwickeln. Die TU Dresden hat in den letzten Jahren auf Forschungsfeldern wie der Mikroelektronik, der Informationstechnologie, der Materialwissenschaft und der Biomedizin mit herausragenden Forschungsergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Sie hat die wissenschaftlichen Erkenntnisse entscheidend vorangebracht. Der Standort Dresden ist auch im globalen Maßstab ein Schwergewicht bei diesen Themen. Diese Erkenntnis wird durch die Beurteilungen der Gutachter bestätigt. Die TU Dresden hat sich mit diesem Ergebnis zudem eine sehr gute Ausgangsbasis für ihre Bewerbung in der Förderlinie Exzellenzuniversität erarbeitet. Daran kann nur teilnehmen, wer mindesten zwei Exzellenzcluster eingeworben hat.“

Der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, gratuliert den Sprechern und Wissenschaftlern der erfolgreichen Clusterskizzen und hebt die Bedeutung für die gesamte Universität hervor: „Das ist ein phantastischer Erfolg! Diese Entscheidung gibt uns noch einmal kräftigen Rückenwind für unsere Vorhaben in der Exzellenzstrategie! Wir gehen jetzt optimistisch in die Phase der Vollanträge und hoffen, am Ende dann auch mindestens zwei – am liebsten aber deutlich mehr Exzellenzcluster bewilligt zu bekommen.“ Zwei Exzellenzcluster sind Voraussetzung, um sich auch wieder als Exzellenzuniversität bewerben zu können.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich betont: „Ich gratuliere den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden und der Universität Leipzig, die sich mit einem großen Teil ihrer Antragsskizzen in der Förderlinie „Exzellenzcluster“ gegen ein starkes Teilnehmerfeld durchsetzen konnten und nunmehr zur Antragstellung für die Endrunde aufgefordert wurden. Für die eigentliche Arbeit, die nun erst beginnt, wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg. Ich hoffe, dass alle sächsischen Anträge auch als Exzellenzcluster bestätigt werden. Die erneuten Erfolge unserer Universitäten zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, durch gute Forschung und Innovation Sachsen zu stärken und so die Bedingungen für attraktive Arbeit und Wohlstand im Land immer weiter verbessern.“ Er ergänzt: „Den sächsischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, deren Antragsskizzen durch das Expertengremium nicht berücksichtigt wurden, möchte ich meinen Respekt und meine Anerkennung dafür aussprechen, dass sie sich mit ihren Ideen und ihren Forschungsarbeiten diesem anspruchsvollen Wettbewerb gestellt haben.“

Oberbürgermeister Dirk Hilbert gratuliert den Sprechern und Wissenschaftlern der erfolgreichen Clusterskizzen der Technischen Universität Dresden (TU), die in die nächste Runde des Exzellenzwettbewerbs gekommen sind. „Ein großartiges Ergebnis. Das ist ein wichtiger Schritt, damit die TU Dresden Exzellenzuniversität bleiben kann. Der Weg ist zwar noch lang, aber ich bin zuversichtlich, dass sie es mit der Hilfe aller Unterstützer schaffen wird. Die TU kurbelt die Wirtschaft in Dresden an. Die TU revolutioniert Materialien. Die TU bildet den Nachwuchs aus. Damit ist sie ein wichtiger Partner in unserer Stadt.“

So geht es weiter:
Der weitere Zeitplan im Exzellenzwettbewerb sieht vor, dass die Vollanträge für die Exzellenzcluster bis zum 21. Februar 2018 eingereicht werden müssen. Für September 2018 ist die Entscheidung über die Clusteranträge geplant, so dass die Exzellenzcluster ab Jahresbeginn 2019 starten können. Im Dezember 2018 werden dann die vollständigen Anträge für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten eingereicht.

Folgende Cluster aus Dresden wurden zum Vollantrag angefordert:

CFAED: CENTER FOR ADVANCING ELECTRONICS DRESDEN
Das cfaed wird bereits seit 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative als Exzellenzcluster gefördert. Es stellt sich den größten Herausforderungen auf dem Gebiet der Elektronik. Die immer kleineren Strukturen der heutigen Technologie kommen an die physikalischen, atomaren Grenzen. Durch Einsatz neuer Materialien und unter anderem inspiriert durch die Biologie erforscht das cfaed völlig neue Elektronik für die Informationsverarbeitung. Ziel sind noch geringere Abmessungen, höhere Geschwindigkeit und gesteigerte Energieeffizienz, Kostenreduktion sowie die Realisierung neuer Funktionalitäten. Das Cluster setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz von den molekularen Ausgangsmaterialien bis hin zu hochintegrierten Verarbeitungssystemen.

DTRC: TRANSLATIONALES REGENERATIONSCLUSTER DRESDEN
Lebenslange Gesundheit durch Regenerationsforschung ist das Leitbild, nach dem das Cluster in einem ganzheitlichen Ansatz neue Behandlungs- und Präventionstherapien erforschen will. Im DTRC wollen Forscher der Lebenswissenschaften der TU Dresden, gemeinsam mit Medizinern des Universitätsklinikums, diesen Ansatz verfolgen. Langfristiges Ziel von translationaler Regenerationsforschung ist die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten und damit Senkung der Gesundheitsausgaben für chronische Krankheiten. Dabei geht es darum, Erkenntnisse zur Regeneration, die bei Tieren gelingt, auf den Menschen zu übertragen und bis zur klinischen Anwendung zu führen.

DCM: ZENTRUM FÜR MATERIOMIK DRESDEN
Das DCM will neuartige programmierbare Materialien erforschen und entwickeln. Dabei stehen Technologien und Simulationswerkzeuge im Mittelpunkt, die die Übertragung von Materialeigenschaften und -funktionen auf der Nanoskala in Anwendungen auf der Makroebene ermöglichen – vom Bit zum Atom zum System.

POL: PHYSIK DES LEBENS
Das Leben zu verstehen, ist eine der größten und komplexesten wissenschaftlichen Herausforderungen. Das Cluster will den grundlegenden Fragen in der Zell- und Entwicklungsbiologie auf den Grund gehen und dabei einen Paradigmenwechsel anstoßen: Die dem Leben zugrunde liegenden biologischen Prozesse als komplexe physikalische Phänomene zu begreifen.

CT.QMAT: KOMPLEXITÄT UND TOPOLOGIE IN QUANTENMATERIALIEN
Neuartige Materialien mit speziell zugeschnittenen Funktionen sind die Grundlage des Fortschritts in praktisch allen Bereichen moderner Technologie. ct.qmat setzt auf Quantenmechanik im atomaren Bereich, die in Verbindung mit der topologischen Physik sowie der chemischen und physikalischen Komplexität noch nie dagewesene Eigenschaften und Phänomene hervorbringt. Dieser Clusterantrag wird im Verbund mit der Universität Würzburg gestellt.

CETI: ZENTRUM FÜR TAKTILES INTERNET
CeTI soll eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine vorantreiben. Eine künftige Anwendung ist das Co-Working von Mensch und Maschine mit gegenseitigem Lernen. Dazu braucht es sowohl neue Kommunikationstechnologien zur Unterstützung von Echtzeit als auch das Verständnis des menschlichen Körpers und dessen Reaktionsvermögens.