Über den Dresdner Eislöwen kreist der Pleitegeier! Matthias Broda im Talk bei DRESDEN FERNSEHEN!

450.000 Euro Altschulden schleppen die Dresdner Eislöwen mit sich herum. Hauptsächlich sind das Mietschulden bei der Stadt. Wie die Eislöwen das Problem lösen wollen, hat uns Geschäftsführer Matthias Broda gesagt. +++

Das Interview hier im Videobeitrag!

Stellungnahme der Dresdner Eislöwen zur aktuellen Situation

Nach Berichten in der heutigen Presse fand heute am späten Vormittag eine Pressekonferenz statt, um die aktuelle Situation der Betriebsgesellschaft ESCD Dresden mbH transparent und offen darzustellen. Die Spielzeit 2009/10 wurde mit einem guten Ergebnis abgeschlossen und die Betriebsgesellschaft ESCD Dresden mbH hat keine neuen Schulden aufgebaut. Allerdings haben die Dresdner Eislöwen Altverbindlichkeiten eingeholt, so dass die Betriebsgesellschaft mit rund 450.000 € überschuldet ist und der Tatbestand einer Insolvenz besteht, sofern diese nicht in einer bestimmten Frist abgetragen werden.

Die Verbindlichkeiten setzen sich zum einen aus Mietschulden bei der Stadt aus der Saison 2008/09 und Teilen aus der Saison 2009/10 durch die damals vereinbarte Stundungsvereinbarung sowie aus nicht vorgesehenen Ausgaben in der Etatplanung der vergangenen Saison (z.B. Erhöhung der Beiträge zur Berufsgenossenschaft i.H.v. 40%, die aber alle Clubs betrifft) zusammen.

In der abgelaufenen Spielzeit wurde eine Abschlagszahlung zur eigentlichen Hallenmiete vereinbart, der die Dresdner Eislöwen auch in voller Höhe nachgekommen sind. Über die weiteren Mietaußenstände werden derzeit positive Gespräche bezüglich eines Rangrücktritts geführt, um die aktuelle Bilanz nicht zu belasten. Langfristig wollen und werden die Dresdner Eislöwen allerdings sämtliche Außenstände bei der Stadt begleichen. Das weitere Minus soll durch eine Kapitalerhöhung der Gesellschafter ausgeglichen werden, um die Liquidität der Betriebsgesellschaft zu gewährleisten.

Bezüglich der Planungen für die neue Saison haben die Dresdner Eislöwen bereits mit rund 80% der bestehenden Sponsoren Gespräche geführt. Bis auf zwei Sponsoren haben alle ein weiteres Engagement in gleicher Höhe bekräftigt, zudem hat ein kleiner Teil sogar eine Erhöhung der Sponsorengelder zugesagt. Die Lizenz für die Saison 2010/11 ist in Vorbereitung.

Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Finanzamt, Krankenkassen und Berufsgenossenschaft wurden beantragt und sollten, da sämtliche Zahlungen fristgemäß erfolgten, zeitnah vorliegen. Somit ist davon auszugehen, dass der Erteilung der Lizenz für die 2. Bundesliga nichts im Wege stehen dürfte. Allerdings ist die Lizenzierung davon abhängig, ob es gelingt, die aktuell bestehende Überschuldung der Betriebsgesellschaft abzutragen. Der Etat für die neue Saison wurde aber seitens der Gesellschafter beschlossen und bestätigt. Hier wurde der Etat gleitend geplant und erhöht sich entsprechend mit dem Abschluss neuer Sponsorenverträge. Beim Budget für die Spieler wird es in der kommenden Saison zu gravierenden Einschneidungen kommen. Die Eislöwen sind dennoch optimistisch, eine schlagkräftige Mannschaft für die 2. Bundesliga aufstellen zu können.

Bezüglich der Bekanntgabe von Spielerverpflichtungen für die kommende Saison möchten die Dresdner Eislöwen mitteilen, dass diese unabdingbar mit der finanziellen Situation der Betriebsgesellschaft verknüpft sind. Die Geschäftsführung ist der Ansicht, nur Gelder auszugeben, die auch wirklich verfügbar sind, um eine Situation wie im Sommer 2009 auszuschließen. Aus diesem Grunde können zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Verpflichtungen bekannt gegeben werden. Allerdings wurde seitens der sportlichen Leitung bereits zu Saisonende Vorgespräche mit den Spielern geführt, um den Kader für die Spielzeit 2010/11 zu planen. Die Gespräche werden natürlich aktuell weitergeführt und intensiviert. Sobald hier verbindliche Verträge zustande kommen, werden wir die Verpflichtung schnellstmöglich bekannt geben.

Abschließend sei bemerkt, dass das Problem der Überschuldung nicht erst seit dieser Saison besteht. In der Vergangenheit wurden Verbindlichkeiten durch Patronatserklärungen und Stundungsvereinbarungen gelöst. Diesen Weg wollen aber sowohl Gesellschafter, als auch die Geschäftsführung der Dresdner Eislöwen nicht weiter gehen und setzen deshalb auf den schwereren Weg, die Schulden langfristig abzubauen und das Dresdner Eishockey langfristig auf gesunde Füße zu stellen. Hierfür benötigen wir die Unterstützung und vor allem das Vertrauen aller Beteiligten, der Sponsoren, der Fans und des Umfeldes.

Quelle: Pressestelle Dresdner Eislöwen

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