Über zwei Millionen Besucher auf dem Striezelmarkt

Dresden - Zum Ende des 584. Dresdner Striezelmarktes ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung: „Von Anfang an war das Besucheraufkommen hoch. Am ersten Montag nach der Eröffnung war ein Andrang wie am Wochenende. Allerdings war uns der Wettergott nicht gnädig und bescherte uns ziemlich viele Regentage. Das hat sich natürlich auch auf die Besucherzahlen ausgewirkt.“ Es sei zwar kein Rekordergebnis, aber aufgrund des wiederholt hohen Zuspruchs dürften es am Ende trotzdem mehr als zwei Millionen Besucher gewesen sein, so Franke.

Die Kindererlebniswelt war erneut ein Anziehungspunkt. Auch internationale Gäste kamen ins Märchenhaus. 18 Schulklassen aus Polen und Tschechien wurden begrüßt. Rund 3 900 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erlebten im Märchenhaus spannende Geschichten. In der Weihnachtsbäckerei herrschte ebenfalls Hochbetrieb: rund 100 Kinder pro Tag konnten Plätzchen ausstechen, verzieren, backen und naschen.

Die Händler verzeichneten etwas weniger Umsatz, sind aber trotzdem zufrieden. „Der Umsatz bei Erzgebirgischer Volkskunst war zufriedenstellend, liegt aber geringfügig unter dem des Vorjahres. Eine Ursache dafür war sicherlich auch das schlechte Wetter zu Beginn des Marktes. Als positiv wurde von den Händlern das Sicherheitskonzept bewertet, sowohl was die Absperrung als auch die Präsenz der Sicherheitskräfte auf dem Markt betrifft“, so Dieter Uhlmann, Geschäftsführer Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. Auch der Schutzverband Dresdner Stollen e. V. zieht eine durchweg positive Bilanz. In der Schaubackstube verließen pro Tag etwa 80 Dresdner Christstollen den Backofen. „Der Striezelmarkt und unser Dresdner Stollen sind historisch so eng miteinander verbunden; zwei große Dresdner Marken, die die Herzen berühren. Es ist großartig, dass wir unser Produkt und unsere Backtradition auf dem Markt präsentieren dürfen und so auch hier zeigen können, wie lebendig unser Handwerk ist“, so René Krause, Vorstandsvorsitzender des Schutzverbandes Dresdner Stollen e. V. Ein Höhepunkt der diesjährigen Striezelmarkt-Saison war wieder das Dresdner Stollenfest. Zum großen Jubiläum - dem 25. - begrüßten die Dresdner Stollenbäcker am Sonnabend, 8. Dezember 2018, mehrere zehntausend Besucher aus aller Welt. Der 3 850 Kilogramm schwere Riesenstollen wurde in nur 2,5 Stunden komplett verkauft. Einen Großteil des Erlöses spendet der Verband an das Förderzentrum „Albert Schweitzer“, eine Dresdner Schule für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf.

Der Striezelmarkt 2018 verlief für das Deutsche Rote Kreuz Dresden ohne besondere Vorkommnisse. Bis Donnerstag, 20. Dezember 2018, leisteten die Sanitäter 80 mal Erste Hilfe, genauso häufig wie im vergangenen Jahr. Die Bandbreite der Notfälle war sehr vielfältig - von Stürzen und Schnittwunden über Kreislaufkollapse bis hin zu Bindehautreizungen und Krampfanfällen. Durch die gut ausgerüstete Sanitätshütte konnten die Ersthelfer 70 Prozent aller Notfälle selbst versorgen. Bei den verbleibenden 30 Prozent wurde der Rettungsdienst und zum Teil ein Notarzt hinzugezogen. „Alkohol spielte in diesem Jahr eine untergeordnete Rolle“, sagt Kreisbereitschaftsleiter Sebastian Wagner. „Dafür gab es mehrere Treppenstürze, die schlussendlich auch den Einsatz des Notarztes erforderlich machten.“ In den dreieinhalb Wochen sicherten insgesamt 150 ehrenamtliche DRK-Einsatzkräfte den Striezelmarkt medizinisch ab.

Erstmalig stand den Besucherinnen und Besuchern des Striezelmarktes die Striezelwache des GVD offen, in der die Bediensteten des Ordnungsamtes Auskünfte erteilten, Hinweisen entgegen nahmen und Fundsachen annahmen. So wurden rund 40 Fundsachen, darunter Geldbörsen, Bargeld, Personaldokumente, Fahrzeugpapiere, Bankkarten, Kleidungsstücke, Schmuck und ein Mobiltelefon, abgegeben. Die Sachen befinden sich nun im Fundbüro und können dort abgeholt werden.