Überdurchschnittlich viele Menschen in Sachsen von Armut bedroht

Dresden (dapd-lsc). Sachsen hat einer Erhebung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zufolge im Bundesvergleich die vierthöchste Armutsgefährdungsquote.

Mit 19,4 Prozent habe sie 2010 um fünf Prozentpunkte höher gelegen als der bundesweite Durchschnitt, teilte der Landesverband Sachsen am Mittwoch in Dresden mit. Seit 2005 habe der Freistaat sich um drei Plätze auf Platz 13 verschlechtert. Als armutsgefährdet gelten Personen in Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Deutschland beträgt.

Der Anteil der Menschen, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen, liege in Sachsen mit 14,4 Prozent um 4,6 Prozentpunkte über dem deutschlandweiten Schnitt, hieß es. Der Freistaat belege damit im Bundesvergleich Platz zwölf.

Der Verband forderte Staatsregierung und Regierungskoalition auf, sich des Problems anzunehmen. Der nächste Doppelhaushalt solle entsprechend geprüft werden. Handlungsbedarf bestehe besonders bei der Schaffung von Perspektiven für junge Menschen.

Die SPD-Landtagsfraktion betonte, die „schwerwiegenden Auswirkungen“ von Armut vor allem für Kinder und Jugendliche müssten in Sachsen beobachtet werden, um Initiativen für Chancengleichheit ergreifen zu können. Die Fraktion erneuerte in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einem sächsischen Sozialstatistik-Kompetenzzentrum, das eine qualifizierte, kontinuierliche Sozialberichterstattung ermögliche.

dapd