Übergriffe auf Asylunterkünfte: Zwei Brandstiftern wird jetzt der Prozess gemacht

Wegen des Molotowcocktail-Übergriffs auf eine geplante Asylbewerber-Unterkunft in Dresden-Prohlis, müssen sich jetzt zwei Männer vorm Landgericht verantworten. Nach vier monatigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Den beiden Beschuldigten liegt nach den Ermittlungen der Staatsschutzabteilung zur Last, in den frühen Morgenstunden des 7. Oktober 2015 mehrere Molotowcocktails auf das als Asylbewerber-Erstunterkunft geplante Schulgebäude in der Boxberger Straße in Dresden geworfen zu haben. Sie sollen die Tat aus Hass auf Ausländer und Flüchtlinge begangen haben.

Das an der Eingangstür auf der Rückseite des Gebäudes und an der Fassade entfachte Feuer wurde durch die wenige Minuten später eingetroffene Feuerwehr der Stadt Dresden gelöscht. Personen kamen nicht zu Schaden.

Die beiden Beschuldigten befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft.

Den Beschuldigten wird eine gemeinschaftlich begangene Brandstiftung gemäß §§ 306 Abs. 1 Nr. 1 vorgeworfen.

Das Landgericht wird jetzt über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. Den Termin zur Hauptverhandlung bestimmt das Landgericht.

§ 306 Abs. 1 Nr. 1 StGB hat u.a. folgenden Wortlaut:
Brandstiftung

(1) Wer fremde
1. Gebäude oder Hütten,
2. …
in Brand setzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Quelle: Staatsanwaltschaft Dresden