Übergriffe auf Polizisten auch in Sachsen

Auch Polizeibeamte in Sachsen sehen sich nach Einschätzung von Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz zunehmend von Neonazis bedroht.

Merbitz sagte nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl am Montag dem Sender MDR info, man verzeichne auch im Freistaat vermehrt Angriffe auf Polizeibeamte. «Wir haben hier eine sehr starke rechtsextreme Szene. Nachahmungstaten sind nicht auszuschließen», sagte er.

In diesem Jahr habe es in Sachsen zehn Angriffe aus der rechten Szene auf Polizeibeamte gegeben. Merbitz sagte weiter, er habe sich mit einem Brief an die Polizisten gewandt und auf Gefahren hingewiesen, insbesondere bei der Auflösung von Skinhead-Konzerten und Demonstrationen. «Ich habe ihnen auch geraten, an ihre eigene Sicherung zu denken, im dienstlichen und im häuslichen Umfeld.»

Die Leipziger Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar forderte eine dauerhafte Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. «Tagesaktuelles Vorgehen bleibt wirkungslos», sagte sie. Im Kampf gegen Neonazis müsse endlich die Prävention in den Vordergrund gerückt und Initiativen dauerhaft finanziell unterstützt werden. Seit 1990 seien mehr als 100 Menschen an den Folgen rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland gestorben.

Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl war am Samstagabend von einem unbekannten Täter an der Tür seines Wohnhauses in Fürstenzell mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt worden. Er befindet sich nach einer Notoperation aber außer Lebensgefahr. Unter seiner Leitung war die Polizei im Landkreis Passau in der Vergangenheit immer wieder gegen Neonazis vorgegangen. Der Täter soll ersten Ermittlungen zufolge aus der Neonazi-Szene stammen.

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