Übung für den Ernstfall

Es ist Dienstag gegen 18:30 Uhr. Auf dem Gelände des Technischen Hilfswerkes an der Max-Saupe-Straße herrscht Alarm – Übungsalarm.

Dennoch ist die Situation angespannt, denn diese Übung ist etwas Besonderes. Die Helfer des THW, die am Unfallort eintreffen, sind Kinder und Jugendliche. Sie sind freiwillige Helfer der Jugendgruppe des Ortsverbandes Chemnitz, die hier in dieser gestellten Situation echtes Können unter Beweis stellen sollen. Deshalb muss alles so realitätsnah wie möglich sein.

Die Situation ist schnell klar – ein LKW ist gegen einen Silowagon gerutscht, eine Person ist eingeklemmt. Unter den wachsamen Augen des Jugendleiters der Gruppe sowie denen der Eltern und Verwandten der Teilnehmer zeigen die Kinder und Jugendlichen im Alten zwischen 10 und 18 Jahren, was sie im Laufe ihrer Ausbildung gelernt haben.

Und die hat es in sich, haben es die Kinder und Jugendlichen doch hier, natürlich unter Aufsicht und Hilfestellung erwachsener THW-Kräfte, mit tonnenschweren Fahrzeugen, Mechanik, Elektrik, erster Hilfe und nicht zuletzt widriger Wetterbedingungen zu tun.

Dennoch wissen sie ganz genau, was der Reihe nach zu tun ist, auch wenn das Handling der Gerätschaften nicht immer leicht fällt. Doch das ist nicht so schlimm, lernt man doch bekanntlich nie aus und Fehler sind im Rahmen der Übung erlaubt.

„Spielend helfen lernen“ – so das Motto der Übung und das soll schließlich im Vordergrund stehen. Teambildung, gegenseitige Hilfe und das Erlernen vieler praktischer Dinge machen die Arbeit der Jugendgruppe zu einer nützlichen und wertvollen Freizeitgestaltung.

Und nicht nur dort – denn auch beim THW kann weitergemacht werden und auch da bringt die Jugendgruppe Vorteile. Außerdem bietet das THW der insgesamt 17-köpfigen Jugendgruppe neben dieser Übung eine Reihe von Aktivitäten und Wettkämfpen, wo die Kinder und Jugendlichen ihr Wissen testen und anwenden können.

Über Nachwuchs kann sich das THW angesichts dieses Angebotes nicht beklagen. Die Übung hier vor Ort neigt sich sich dem Ende – der Verletzte kann nach allen Sicherungsarbeiten schließlich gerettet werden und wäre er nicht aus Sand, wäre er sicher auch zufrieden mit dem erzielten Ergebnis der kleinen Helfer. Ebenso, wie der Jugengruppenleiter und eine Reihe stolzer Eltern.