Umbau des Rathauses wird teurer

Veranschlagt für die Sanierung des Rathauses waren bis 25 Millionen Euro. Doch durch Mängel der Bausubstanz muss das Budget um 7,8 Millionen Euro erhöht werden. +++

Die Sanierung des Dresdner Rathauses am Dr.-Külz-Ring 19 geht sichtbar voran. Nachdem ein Großteil der Abrissarbeiten im Innern des Gebäudes bereits abgeschlossen worden sind, ist mit der Neueindeckung des Rathausdaches im aktuellen Bauabschnitt ein auch für Passanten weithin sichtbares Zeichen des Baufortschrittes erkennbar. Bei den bisher abgeschlossenen Arbeiten wurde jedoch deutlich, dass das ursprünglich geplante Budget bis 2015 von 25 Millionen Euro nicht ausreichen wird und um 7,8 Millionen Euro erhöht werden muss. Der größte Teil der Mehrkosten resultiert aus Mängeln und Defiziten der vorhandenen Bausubstanz, die mit
etwa 6,3 Millionen Euro bis 2015 zu Buche schlagen.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte ein Wiederaufbau des Neuen Rathauses mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln. Seit dem gab es keine umfassenden Sanierungsmaßnahmen. Zwar war sich die Verwaltung dieses Umstandes bei der Planung und Projektierung der Sanierungsarbeiten bewusst, jedoch offenbarte sich nunmehr, dass nach der Freiziehung des Gebäudeteils und den erfolgten Abrissarbeiten die vorgefundene Bausubstanz
deutlich schlechter ist als bisher angenommen. In Vorbereitung der Sanierung wurden schwerpunktmäßige Substanzuntersuchungen am Gebäude vorgenommen. Nunmehr wurde klar, dass diese Untersuchungen kein gutes summarisches Bild auf den Gesamtzustand des Gebäudes zuließen. Infolge dessen kam es zu einer optimistischen Schätzung der Baukosten. Eine hundertprozentige Analyse wäre im Vorfeld der Sanierung allerdings auch nicht möglich gewesen, da dies den Rathausbetrieb vollständig zum Erliegen gebracht  und bereits damals zu erheblichen Mehrkosten geführt hätte. Aus der nun freigelegten Bausubstanz ist sichtbar geworden, dass weitere bisher nicht geplante Arbeiten notwendig werden.

Dies führt dazu, dass insbesondere bei den Sanierungsarbeiten der Decken über dem  ersten bis dritten Obergeschoss und deren Estriche zusätzliche Aufwendungen entstehen. Damit verbunden sind Mehrkosten, die aus den notwendigen Planungen und Gutachten zur Untersuchung der Gebäudesubstanz resultieren. Die beispielsweise unerwartet starken Durchbiegungen der Decken (bis zu 12 Zentimeter in der Mitte des Raumes) im Südflügel 1
erfordern auf Grund der Lastabtragung aus dem Rechenzentrum sowie einer nachhaltigen Büroraumnutzung eine Sanierung bzw. einen Ersatzneubau.
Die nunmehr gewonnenen Erkenntnisse machen es notwendig, zur Gewährleistung einer künftigen besseren Kostensicherheit, für zu erwartende Nachträge und Mengenmehrungen einen Ansatz von 10 Prozent bezogen auf die noch zur Vergabe anstehenden Gewerke zu berücksichtigen. Darüber hinaus entstanden mit nachträglicher Einbringung von Nutzeranforderungen weitere Kosten, die jetzt zum Tragen kommen. Im Einzelnen sind das unter anderem:

Zusätzliche Nutzeranforderungen (ca. 1,5 Millionen EUR); Ostflügel

In Folge der Beschlüsse (zu V0744/10) des Stadtrates wurden Teile der
Sanierung umgeplant und überarbeitet. Dies führt im Ergebnis zu Mehrkosten
in Höhe von ca. 1,5 Millionen Euro und beinhaltet im Schwerpunkt folgende
Leistungen:

Erweiterung des Bauabschnittes um 2 Achsen des Nordflügels
– Ursprünglich war eine zentrale Sanitäranlage im 3. OG des Ostflügels geplant. Die beschlossene Verlegung in das 2. OG ist aus auf Grund der dortigen Platzverhältnisse nicht möglich. Es erfolgte eine haustechnisch sinnvolle Verlegung in den Nordflügel, wo nun
Toilettenanlagen (Behinderte, Damen und Herren) vom 1. bis 4. OG entstehen werden.

Umplanung Catering
– Ausgehend von der Ursprungsplanung war ein Catering für 200 Personen im 3. OG. vorgesehen. Aufgrund der baulichen Situation in diesem Abschnitt des Gebäudes kann die geforderte Zahl nur im Foyer des 3. OG geschaffen werden. Die Anordnung eines weiteren Cateringbereichs im 2. OG und bauordnungsrechtliche Auflagen zum Brandschutz für das Catering bzw. mobiles Catering verursachen Mehrkosten.

Kühlräume im Hof C
– Die Kühlräume im Hof C sollten gemäß Beschluss zu V0744/10 erhalten werden. Nachfolgende Untersuchungen ergaben, dass ein Ersatzneubau funktionaler ist und der Sanierungsaufwand des bestehenden Kellerkomplexes deutlich höher ist als der eines Neubaus. Zudem haben Gespräche mit potentiellen Nutzern ergeben, dass die vorhandene
Vermietungsfläche für einen wirtschaftlichen Betrieb zu groß ist und daher reduziert wird.

Zur Finanzierung der für 2012 benötigten Mittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro sollen auf Vorschlag der Verwaltung Erlöse aus Grundstückverkäufen der Landeshauptstadt Dresden herangezogen werden. Die entsprechende Verwaltungsvorlage wird in den nächsten Tagen den Stadträten übermittelt. Einen Beschluss soll der Stadtrat in seiner Sitzung am 3. Mai
2012 fassen.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!