Katzensteuer löst Problem der Streuner nicht

Chemnitz/Dresden/Leipzig – Rund 13 Millionen Samtpfoten teilen ihr Heim in Deutschland mit Zweibeinern. Den Halter kostete das bislang fast nur Katzenfutter, Katzenstreu, ab und zu mal eine Spielzeug oder ein Tierarztbesuch. Hierzulande zahlen bislang nur Hundehalter eine Tiersteuer. Nach einem Vorstoß der Grünen Jugend zu Wochenbeginn wird derzeit wieder über eine Besteuerung für Halter der Samtpfoten diskutiert.

Auf den Straßen Sachsens gehen die Meinungen zwar auseinander, doch viele halten sie für gerecht. Hauptargument für die einseitige Besteuerung bislang: Im Gegensatz zu Katzen verunreinigen Hunde mit ihren Exkrementen die Umwelt. Für die Befürworter einer Besteuerung könnte die Katzensteuer langfristig auch das Verantwortungsgefühl gegenüber den Katzen steigern. Viele der Vierbeiner werden bislang einfach in die Freiheit entlassen, wenn der Halter genug von ihnen hat, da die Tiere nicht zuzuordnen sind. Potenzielle Katzenhalter würden sich mit einer Steuer bewusster für Tier und die Verantwortung entscheiden. Für die Kritiker der Katzensteuer hätte eine Erhebung genau den gegenteiligen Effekt: Durch die Kosten würden wohl viele Besitzer sich ihres Tieres entledigen wollen. Und der Bund der Steuerzahler sieht die möglichen Einnahmen zu gering an, als dass sich der bürokratische Aufwand lohnen würde.

Der Naturschutzbund NABU erachtet eine Besteuerung ebenfalls für nicht zielführend. Für ihn wird das Kernproblem mit der Katzenhaltung werde damit nicht berührt. Denn vor allem die freien Streuner machen Probleme. Gut zwei Millionen dieser Streuner gibt es laut Angaben des deutschen Jagdverbandes in Deutschland. Das Problem daran: Da sie oftmals nicht kastriert sind vermehren sie sich und bedrohen zunehmend auch geschützte Tierarten.

Schule machen könnte etwa ein Modell aus Paderborn. Dort besteht seit 2008 eine Kastrations- und Meldepflicht für die samtenen Vierbeiner besteht.