Zum Schutz der Elbe – Rathenauplatz wird zur unterirdischen Großbaustelle

Dresden - Für Straßenbahnfahrer hat das Verkehrschaos rund um den Rathenauplatz am Donnerstag ein Ende. Drei Tage früher als geplant soll das Schutzdach für die Straßenbahntrasse fertig gestellt werden. Dann haben die Bahnen wieder freie Fahrt über die Carolabrücke und die Haltestelle Synagoge kann wieder bedient werden.

Doch für Autofahrer ist die aktuelle Verkehrssituation nur der Anfang. Die aktuellen Arbeiten sind Vorbereitungsmaßnahmen für eine neue Großbaustelle in Dresden.

Die Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD) betreibt die 1.800 Kilometer lange Dresdner Kanalisation. Über zwei Drittel der zu entwässernden Flächen werden im sogenannten Mischsystem entwässert. Das bedeutet, ein einzelner Kanal unter der Straße leitet sowohl das täglich anfallende häusliche Abwasser ab sowie bei Regen zusätzlich das Niederschlagswasser. Bei sehr starkem Regen wächst der Abwasserstrom auf ein Vielfaches an. Teilweise bis auf die 20fache Menge des Trockenwetterabflusses. In diesen Fällen werden Teile des durch den Regen verdünnten Abwassers in die Elbe abgeleitet über unterirdische Verbindungen zum Fluss. Damit dieses ungereinigte Abwasser eine bestimmte, umweltverträgliche Menge nicht überschreiten, nutzt die SEDD das Speichervolumen von Kanälen in höheren Kanalabschnitten mittels ferngesteuerter Steuerschieber. In den kommenden Monaten wird nun ein bereits vorhandenes Bauwerk für diese beiden Funktionen (Überlauf in die Elbe und Rückstau in die Kanalisation) in offener Bauweise erneuert. Nach der Fertigstellung wird das Abwasser vor dem Einleiten in die Elbe mittels einer modernen Rechenanlage von groben Stoffen gereinigt.

Das vorhandene und dann erneuerte Wehr befindet sich direkt am Ausgang der Carolabrücke auf der Altstädter Seite unter den stadteinwärts führenden Fahrspuren des Rathenauplatzes - dort entsteht die Baugrube. Das hat erhebliche Konsequenzen für den Verkehr. Bis Ende 2019 werden daher die Fahrbahnen stadteinwärts über die mittlere, jetzt noch grüne, Mittelinsel umgeleitet. Alle Fahrspuren bleiben erhalten, um den Verkehr nicht zu beeinträchtigen. Ebenso der Fahrweg.  Nach der Rückführung der Fahrbahnen auf die ursprüngliche Trasse (Ende 2019) schließen sich Bauarbeiten unter der Mittelinsel bis September 2020 an. Es entsteht ein unterirdisches Zugangsgebäude, welches auch Steuerungstechnik enthält.

Die Baukosten betragen zirka 3,5 Mio. Euro.

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