Umweltfreundliche Mobilität im Kommen

Dresden - Die Dresdner bewegen sich immer umweltfreundlicher, zu Fuß, mit dem Rad oder mit den Öffentlichen. Das zeigt eine Studie zum Mobilitätsverhalten, die die TU Dresden seit 1972 im Fünf-Jahres-Rhythmus durchführt. Größter Gewinner ist der Radverkehr: Die Anzahl der Fahrten stieg um 70 Prozent auf 360.000 Fahrten pro Tag, auch im Winter wird regelmäßig geradelt. 57 Prozent sind multimobil, also wechseln regelmäßig das Verkehrsmittel.

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Der Umweltverbund aus Fußverkehr, Radverkehr und Öffentlichem Personennahverkehr wächst seit 20 Jahren ungebrochen. Sein Anteil liegt nun bei 64 Prozent der genutzten Verkehrsmittel. Das ist das zentrale Ergebnis der Untersuchung „System repräsentativer Verkehrsbefragung (SrV)“, die 2018 im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden, der Dresdner Verkehrsbetriebe und des Verkehrsverbundes Oberelbe durchgeführt wurde. Seit 1972 erhebt die Technische Universität Dresden im Fünf-Jahres-Rhythmus das Mobilitätsverhalten der Dresdner Wohnbevölkerung. Die Ergebnisse der elften Befragungsrunde sind jetzt ausgewertet und liefern wichtige Informationen für die Verkehrsentwicklungsplanung.

Größter Gewinner ist der Radverkehr: Die Anzahl der Fahrten per Rad stieg in fünf Jahren um 70 Prozent auf 362 000 Fahrten pro Tag. Der Anteil derer, die täglich Rad fahren, stieg von 16 auf 20 Prozent. Im Winter 2018 fuhren doppelt so viele Dresdner Rad wie 2013. 65 Prozent der Radfahrer fahren auch im Winterquartal regelmäßig. 57 Prozent der Dresdner wechseln im Alltag regelmäßig das Verkehrsmittel. Sie bewegen sich multimobil. Besitzen und Benutzen von Pkw folgen entgegengesetzten Trends: Die Pkw-Anzahl wächst, aber sie fahren seltener und kürzer. Bei jungen Menschen scheint der Führerscheinbesitz an Bedeutung zu verlieren. Der Anteil der Dresdner, die Car- oder Bikesharing nutzen, stieg von fünf auf 13 Prozent.

„Die Ergebnisse bilden ab, was wir schon länger wahrnehmen: Die Dresdner bewegen sich vorwiegend zu Fuß, mit dem Rad und dem Öffentlichen Nahverkehr. Als Landeshauptstadt Dresden setzen wir seit Jahren auf den umweltfreundlichen Umweltverbund – und damit liegen wir richtig“, ordnet Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain die Ergebnisse ein. „Das Mobilitätsverhalten ändert sich vor allem bei den jüngeren Menschen bis 45 Jahre: Sie nutzen das Fahrrad. Deshalb hat der Ausbau eines sicheren, lückenlosen und komfortablen Radwegenetzes allerhöchste Priorität“, so Schmidt-Lamontain weiter. Die Landeshauptstadt Dresden wird auch weiterhin konsequent den Umweltverbund aus Fuß, Rad und öffentlichem Nahverkehr fördern. Dazu der Verkehrsbürgermeister: „Dresden soll Vorreiterin bei der Umsetzung klimaneutraler Mobilität sein und damit langfristig einen Beitrag zu einer hohen Lebensqualität in der Stadt leisten. Die junge Generation verlangt von uns zurecht, dass wir unsere Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft ernster nehmen. Ich möchte meine Verantwortung hierfür wahrnehmen.“

Das System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) ist ein seit 1972 laufendes Forschungsprojekt der Technischen Universität Dresden und die älteste Zeitreihe zum Verkehrsverhalten in deutschen Städten. Für die Erhebung im Jahr 2018 wurden 3 231 zufällig ausgewählte Personen zu ihrer privaten Mobilität an einem normalen Werktag in Dresden befragt. Das SrV bildet die Mobilität der Dresdner Wohnbevölkerung ab und zeigt Veränderungen und Trends auf.