Umweltminister Frank Kupfer warnt: “Erneut starke Niederschläge zu erwarten“

Grund für die Warnung sind Niederschläge, die ab Freitag möglicherweise in ergiebigen Regen übergehen und das Gebiet der Elbe und ihrer Nebenflüsse betreffen. +++

Umweltminister Frank Kupfer warnt vor neuen starken Niederschlägen: „Besonders im Gebiet der Elbe und ihrer Nebenflüsse in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge, an der Neiße und an der Spree kann es in den nächsten Tagen zu einem erneuten Anstieg der Pegel kommen. Grund sind Niederschläge, die ab Freitag möglicherweise in ergiebigen Regen übergehen. Genaue Prognosen dafür liegen uns derzeit nicht vor. Dennoch bitte ich alle Bewohner sowie die Verantwortlichen der Kommunen in den betroffenen Gebieten, sich ständig über die aktuelle Situation zu informieren und rechtzeitig entsprechende Vorsorge zu treffen“.

Nach Informationen des Landeshochwasserzentrums verlagert sich ein Tief über der Nordsee langsam nach Mitteleuropa und beeinflusst auch am Wochenende unser Wetter. Am Donnerstag können teils kräftige Schauer auftreten. In der Nacht zum Freitag besteht die Möglichkeit, dass die Schauer in länger anhaltenden und oft ergiebigen Regen übergehen. Am Freitag kann sich diese Niederschlagstätigkeit fortsetzen. Von Sonnabend bis Montag treten verbreitet teils kräftige Niederschläge auf. Im Einzelfall sind 12stündige Niederschlagshöhen von 15 bis 35 mm zu erwarten. Am Sonntag und Montag kann es im Osten Sachsens bzw. in Tschechien und Westpolen zu Starkregen mit teils 30 bis 50 mm kommen, lokal auch darüber.

Bisher geht die Wasserführung aller Fließgewässer des Vorhersagegebietes allmählich zurück. Spätestens am Wochenende ist beim Eintreten der vorhergesagten Niederschläge wieder ein deutlicher Anstieg der Wasserführung über die Hochwassermeldegrenzen zu erwarten, der zur Ausbildung einer erneuten Hochwassersituation führen kann. 
Entlang der am vergangenen Wochenende betroffenen Gewässer sind Mitarbeiter der Landestalsperrenverwaltung seit dem Rückgang der Pegelstände dabei, mögliche Problemstellen zu identifizieren, mögliche Folgegefahren abzuschätzen und wo erforderlich Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. „Ich bin den Bürgermeistern vor Ort dankbar, dass sie für ihre kommunalen Gewässer mit der gleichen Sorgfalt die nötigen Vorbereitungen auf einen erneuten Anstieg der Pegel treffen“, so der Minister abschließend.

Informationen zum Hochwassernachrichtendienst finden Sie im Internet unter:www.hochwasserzentrum.sachsen.de. Messwerte der Pegel sind auch telefonisch unter der Rufnummer 0351/ 8928260 sowie im MDR-Videotext ab Seite 530 abrufbar.

Auch die Zukunftsplanung steh:„Nach 2002 eingeschlagener Weg war richtig!“

„Sachsen wird auch in den kommenden Jahren den Hochwasserschutz weiter zügig vorantreiben. Das ist die Lehre aus der erneuten Flutkatastrophe vom vergangenen Wochenende“. Dieses Fazit zog Sachsens Umweltminister Frank Kupfer am 11. August 2010 bei einem Besuch in mehreren Orten vom Hochwasser stark betroffenen Orten entlang der Mandau bei Zittau (Landkreis Görlitz).
Seit 2002 hat Sachsen in die wichtigsten Hochwasserschutzprojekte 357 Millionen Euro investiert. Diese Investitionen haben sich bereits bewährt. So sorgte das Hochwasserrückhaltebecken Lauenstein schon während des Frühjahrshochwassers 2006 für eine erhebliche Entlastung an der Müglitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge). Die im vergangenen Jahr fertig gestellte Hochwasserschutzanlage in Ostritz (Landkreis Görlitz) konnte zwar ein Hochwasser in so extremer Höhe wie am vergangenen Wochenende nicht abhalten. Dennoch hat sie geholfen und Bürgern und Unternehmen etwa fünf bis sechs Stunden zusätzlich Zeit verschafft, um sich vorzubereiten und wertvolle Güter vor den Fluten zu retten. „Wer diese Anstrengungen ignoriert, verhöhnt die Opfer und spielt ein gefährliches Spiel“, so der Minister. „Wir dürfen nicht nachlassen, das hat das vergangene Wochenende eindrucksvoll gezeigt“.

Neben technischem Hochwasserschutz setze Sachsen auch auf Rückhaltung von Wasser in den Entstehungsgebieten. 8,5 Prozent der Landesfläche sind als Hochwasserentstehungsgebiete ausgewiesen. Auf etwa einem Drittel der Ackerfläche in Sachsen werden Agrarumweltmaßnahmen gefördert, die ebenfalls zu einem besseren Wasserrückhalt beitragen. Ebenso sind im Rahmen des sächsischen Hochwasserschutzinvestitionsprogramms Deichrückverlegungen und Flutpolder vorgesehen. Entsprechende Konzepte liegen für die Elbe und die Vereinigte Mulde vor. Insbesondere für die großen Polder Außig und Dautzschen an der unteren sächsischen Elbe sind dazu weitere Planungen notwendig. Bereits fertig gestellt ist die Deichrückverlegungsmaßnahme in Eilenburg-West/Hainichen von rund 100 Hektar. Aktuell ist der Flutpolder Löbnitz an der Mulde im Genehmigungsverfahren. Er umfasst 1.436 Hektar und kann 15 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten.
Auch in den kommenden Jahren wird der Freistaat weiter in den Hochwasserschutz investieren. „Der Hochwasserschutz hat für die Sächsische Staatsregierung höchste Priorität. Bis zum Jahr 2015 werden die Gesamtinvestitionen eine Milliarde Euro betragen“, so der Minister. Insgesamt 75 Vorhaben sind abgeschlossen. 41 Maßnahmen sind derzeit im Bau.  Weitere 238 Vorhaben befinden sich noch im Planungs- oder Genehmigungsverfahren.
Unter den im Bau befindlichen Projekten befinden sich das Komplexvorhaben Hochwasserschutz Grimma, der Hochwasserschutz Dresden-Friedrichstadt/Wilsdruffer Vorstadt, die Erweiterung des  Hochwasserrückhaltebeckens Glashütte, der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Rennersdorf, der Hochwasserschutz Mylau, der Hochwasserschutz für die Stadt Flöha, die Deichsicherung an der Neuen Luppe in Leipzig sowie der, Hochwasserschutz für die Vereinigte Weißeritz in Dresden.               
Bereits fertig gestellt sind unter anderem Hochwasserschutzmaßnahmen für Eilenburg (Mulde), Torgau(Elbe), Groß Särchen (Hoyerswerdaer Schwarzwasser), Olbernhau/OT Rothenthal/Grünthal (Natzschung), das Hochwasserrückhaltebecken Müglitztal, der Hochwasserschutz für Dresden-Altstadt, Aue (Schwarzwasser) und Zwickau (Zwickauer Mulde).

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