Umweltschutz auf freiwilliger Basis als Schutz vor der Umweltzone in Dresden – Wird das funktionieren?

In den nächsten Monaten wird sich entscheiden, ob 2012 auch Dresden eine Umweltzone bekommt. Statt nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Stadt fahren zu lassen, sollen zunächst der gewerbliche und Individualverkehr auf freiwilliger Basis reduziert werden. +++

Interview mit Dr. Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer IHK Dresden, im Video.

Hintergrund:
Zur Vermeidung einer Umweltzone haben auf Anregung vom Dresdner Wirtschaftsbürgermeister die Landeshauptstadt Dresden und die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Dresden eine „Vereinbarung zwischen der Landeshauptstadt Dresden, Vertretern der Wirtschaft und dem Freistaat Sachsen zur Partnerschaft für Luftreinhaltung und umweltfreundliche Mobilität“ geschlossen. 

Mit dieser Vereinbarung verpflichten sich die Partner, freiwillig alle Maßnahmen durchzuführen, die zur Luftreinhaltung beitragen können. Dazu zählen:  

Umweltfreundliche Mobilität wird stärker durch eigene Öffentlichkeitsarbeit gefördert. Dies umfasst die Unterstützung einer Kampagne zum Mobilitätsmanagement.  

Mitarbeiter sollen zum Umstieg auf Fahrrad, Bus und Bahn, Carsharing u.ä.. angehalten werden. Das Jobticket soll besonders beworben werden. Mitarbeiter werden mit Hilfe eines Fahrtrainings geschult.  

Nutzung von zusätzlich 8000 Jobtickets bis zum Jahr 2011 und weiterer 8000 Jobtickets bis zum Jahr 2015  

Teilnahme an den Mobilitätsberatungen des Mobilitätsteams der Stadt und DVB AG incl. Erstellung von Mobilitätsplänen.  

Durch die Bewirtschaftung von Mitarbeiterstellplätzen soll die Chancengleichheit unterschiedlicher Mobilitätsformen gefördert werden!  

Umweltfreundliche Mobilitätsformen werden unterstützt. Services für Radfahrer wird ausgebaut (überdachte Ständer, Duschen, Dienstfahrräder, Abstellmöglichkeiten, etc. werden zusätzlich angeboten)

Bei Auftragsvergaben durch die Wirtschaft (Bau-, Logistik-, Lieferleistungen, etc.) und die öffentliche Hand werden bevorzugt Bieter berücksichtigt, deren  Fahrzeuge berechtigt sind, eine grüne Plakette zu tragen.

Verstärktes Baustellenmanagement zur Reduzierung von Staubbelastungen.
Bis 2011 muss jeweils 63 %, bis 2015   85%  der Nutzfahrzeugflotte (mehr als 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht) der Partner berechtigt sein, die grüne Plakette zu tragen.  

Durch optimierte Logistik wird zu einer Verringerung der gefahrenen Kilometer beigetragen (z. B. GPS-gestützte Fahrzeugflotte).  

Optimierte Verkehrsflusslenkung durch intelligente Ampelschaltung, moderate Preisstaffelung bei der Parkraumbewirtschaftung im Stadtzentrum und Umsetzung des LKW-Führungskonzeptes.

Wichtig ist es jetzt, die Unternehmen und die Arbeitnehmer zu animieren, sich an den Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung zu beteiligen. Denn es sind alles freiwillige Maßnahmen. Weder die Stadt noch die Kammern können die Betroffenen dazu zwingen !  

Die vereinbarten Ziele werden jährlich überprüft. Wird eines Ziele nicht erreicht (z.B. die zusätzlichen 8.000 Jobtickets bis Ende 2011) und werden die Schadstoffgrenzwerte in Dresden 2011 mehr als 35 mal überschritten, bekommt Dresden im Jahr 2012 eine Umweltzone.

Quelle: IHK Dresden

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