Schwere Ausschreitungen bei Corona-Protesten in Sachsen

Beitrag aktualisiert am 27.12.2021, 22:28 Uhr

Sachsen - Im ganzen Freistaat haben am Montagabend erneut Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Auch in der sächsischen Landeshauptstadt gab es unangemeldete Proteste, die teilweise sogar mit Pfefferspray und Festnahmen endeten. In Bautzen soll es sogar zu schweren Ausschreitungen mit Verletzten gekommen sein. Was passiert ist.

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Dresden

Gegen 18 Uhr sammelten sich nach Polizeiangaben ungefähr 500 Personen am Dresdner Schillerplatz. Sie zogen über die Loschwitzer Straße in Richtung Prellerstraße. Wegen der Sächsischen Corona-Notfallverordnung sind in Sachsen derzeit allerdings nur stationäre Versammlungen mit bis zu zehn Teilnehmenden erlaubt. Beim "Corona-Spaziergang" im Dresdner Stadtteil Blasewitz griff die Polizei durch. Im Vorfeld kündigte sie auf Twitter bereits die Durchsetzung der Corona-Verordnung an. 

Einige Personen wurden auf der Prellerstraße durch die Polizei "gekesselt" um Personalien aufzunehmen. Hierbei wurde nach verschiedenen Twitter-Berichten mehrfach versucht, die Polizeikette zu durchbrechen. Nach SACHSEN FERNSEHEN-Infos soll es zu Rangeleien sowie dem Einsatz von Pfefferspray gekommen sein. Einige Teilnehmende sollen sogar Polizisten sogar mit Pfefferspray körperlich angegriffen haben. Eine 53-Jährige Frau soll durch das Pfefferspray laut Polizei verletzt worden sein. Weiterhin sei ein 42-Jähriger im "Polizei-Kessel" festgenommen worden. Er stehe im Verdacht, Polizeibeamte mit Pfefferspray attackiert zu haben. Gegen 19.15 Uhr löste sich die Versammlung der "Spaziergänger" schliesslich auf.

Bautzen

In Bautzen demonstrierten nach Reporterschätzungen bis zu 1000 Corona-Kritiker. Trotz eines massiven Polizeiaufgebots gelang es den Beamten offenbar nicht, die teils gewaltbereiten Demonstranten am "Spaziergang" zu hindern. Es kam mehrfach zu Auseinandersetzungen und heftigem Einsatz von Böllern sowie Pyrotechnik. Dabei wurden nach SACHSEN FERNSEHEN-Infos sogar Raketen und Glasflaschen gezielt auf Beamte "geschossen".

Coswig

In Coswig versammelten sich am Abend etwa 400 Menschen, um gegen die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung zu protestieren. Wenig später setzten sich die Teilnehmer in Bewegung. Polizeibeamte filmten die Situation. Entsprechende Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung werden nach Polizeiangaben folgen. Weitere Protestaktionen stellten die Einsatzbeamten in Glaubitz (circa 20 Personen), Großenhain (circa 150 Personen), in Radebeul (circa 400 Personen) sowie in Zabeltitz (circa 5 Personen).

Pirna

In Pirna versammelten sich etwa 300 Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Später lief das Gros auf der  B 172 in Richtung Heidenau. Dabei wurde auch Pyrotechnik gezündet. Polizisten versuchten den Aufzug zu stoppen. Dabei soll eine 27-Jährige Polizistin von einem Teilnehmer geschlagen worden sein. Kurz darauf attackierte er nach Polizeiangaben einen weiteren Polizisten und verletzte auch diesen. Der Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen. Gegen den 51-jährigen Deutschen wird wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Freital

In Freital versammelten sich am Abend etwa 250 Menschen auf dem Neumarkt und liefen danach durch die Stadt. Polizeibeamte sprachen die Personen an und stoppten sie. Gleichzeitig stellten die Beamten die Personalien von 35 Teilnehmern fest. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung eingeleitet. (SF/BB)

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