Unfallflucht von 2009 aufgeklärt

Im August 2009 berichtete die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge über einen Verkehrsunfall auf der Schumannstraße, bei dem ein damals 61-jähriger Fußgänger schwer verletzt wurde.

Ein VW-Kleintransporter war in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und auf den Fußweg geraten. Dort hatte der schwarz-weiße VW T5 den Zeitungsausträger erfasst und schwer verletzt. Ohne dem Mann zu helfen, stieg der Fahrer des Transporters aus und flüchtete zu Fuß. Dies hatten Zeugen gesehen und der Polizei zu Protokoll gegeben. Noch an der Unfallstelle begannen die Ermittlungen der Polizei.

Die Fahndung im Umfeld der Unfallstelle hatte keine Ergebnisse oder Hinweise auf den Fahrer des Transporters gebracht. Bei der kriminaltechnischen Untersuchung des Unfallfahrzeugs konnten zahlreiche Spuren, darunter Fingerabdrücke und DNA, gesichert werden, die zu weiteren Untersuchungen an das kriminaltechnische Institut des LKA Sachsen bzw. das Institut für Rechtsmedizin gegeben wurden.

Auch die Untersuchung des Transporters selbst ergab Ermittlungsansätze. So stellten die Kriminaltechniker der PD Chemnitz-Erzgebirge fest, dass die FIN, also die Identifikationsnummer, gefälscht war. Durch weitere Ermittlungen wurde bekannt, dass der VW T5 von der Jenaer Polizei gesucht wurde, weil er einem Jenaer Autohaus unterschlagen worden war.

Die Ermittlungen zum Komplex „Feststellung der Identität des Fahrzeuges“ wurden von den Kriminalisten der Ermittlungsgruppe „Kfz-Diebstähle“ geführt, die so maßgeblich die Untersuchungen zur Aufklärung der Unfallflucht unterstützten. Erste Untersuchungsergebnisse der Kriminaltechnik ergaben lediglich, dass der bekannte Halter des VW T 5 nicht der Fahrer des Transporters zum Unfallzeitpunkt war.

Nachdem der Unfallverursacher bis Mitte 2010 noch nicht gefunden war, erhofften sich die Unfallfluchtermittler entscheidende Hinweise von den Gutachten der Rechtsmedizin. Im Juli 2010 kam dann der Hinweis von den Gerichtsmedizinern, dass die an verschiedenen Stellen der Fahrerseite sichergestellte DNA mit der eines bereits hinlänglich der Polizei bekannten 30-Jährigen aus Stollberg übereinstimmt. Zuvor hatten bereits die daktyloskopischen Untersuchungen darauf hingewiesen, dass sich der Mann im Auto befunden haben muss. Gegen den Tatverdächtigen, der nicht auffindbar war, wurde daraufhin Haftbefehl erlassen. Es gab Hinweise, dass er sich offensichtlich in andere Bundesländer abgesetzt hatte. Im Januar 2011 wurde der Gesuchte in Rheinland-Pfalz dann aufgrund des Haftbefehls festgenommen und in eine sächsische Justizvollzugsanstalt gebracht. Im März dieses Jahres wurde er vom Amtsgericht Chemnitz u.a. wegen Unerlaubten Entfernens vom Unfallort in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung, Diebstahl und Hehlerei zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten rechtskräftig verurteilt. Der Mann verbüßt derzeit diese Haftstrafe.

Die professionell abgestimmte Arbeit von Unfallfluchtermittlern, Kriminaltechnikern und Kriminalisten der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge und nicht zuletzt die Möglichkeit der Auswertung der DNA-Spuren durch die Gerichtsmediziner führten zur Aufklärung und schließlich Bestrafung des Verursachers eines schweren Verkehrsunfalls. Sein Opfer hat noch immer mit den gesundheitlichen Folgen des Unfalls zu kämpfen und befindet sich nach wie vor in medizinischer Behandlung.

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