Ungenehmigter E-Scooter-Verleih macht Lime Konkurrenz

Dresden - Aufmerksame Dresdner konnten seit Freitag eine Veränderung im Stadtbild erkennen. Zu den bereits bekannten E-Scootern der Firma "Lime" gesellen sich nun türkise Roller der Firma "TIER Mobility GmbH". Diese hat jedoch noch kein Einverständnis mit der Stadt getroffen. Verkehrsbürgermeister Schmidt-Lamontain zeigt sich unverständlich über die unzureichende Kommunikation mit dem Anbieter. 

Man kann sie mögen - oder auch nicht, wegzudenken sind sie aus dem Dresdner Stadtbild nun seit einigen Monaten nicht mehr. Die Rede ist von E-Scootern, die Dank schonender Batterien für umweltverträglichen Verkehr sorgen sollen. Die Firma "Lime" hat seit vergangener Woche einen Konkurrenten in der sächsischen Landeshauptstadt bekommen. Die "TIER Mobility GmbH" bietet ihre Roller nun ebenfalls an. Die Stadt Dresden äußert sich über das Vorgehen der Firma verwirrt. So heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag: "Dresden setzt auf freiwillige Vereinbarungen mit Anbietern von E-Scootern, um deren Betrieb möglichst sicher für alle Verkehrsteilnehmer zu gestalten. Für besonders sensible Orte wie den Altmarkt, den Neumarkt, den Fürstenzug, den Theaterplatz, den Palaisplatz, und rund um den Goldenen Reiter sind „rote Zonen“ vereinbart. Die TIER Mobility startete am Donnerstagabend, 16. Januar 2020, seinen E-Scooter Service in Dresden. Zu diesem Betriebsstart gibt es keine Abstimmung mit der Landeshauptstadt Dresden.
Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain kommentiert: „TIER Mobility ist der Inhalt unserer Kooperationsvereinbarung bekannt. Das Unternehmen hat uns aber bis heute seine Daten nicht mitgeteilt. Die Vereinbarung ist deshalb nicht zustande gekommen. Mit dem Betriebsstart werden unsere roten Zonen missachtet. Wenn TIER Mobility in seiner heutigen Pressemitteilung schreibt, eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Dresden sei vereinbart, kann ich dies von unserer Seite nicht bestätigen. Wir werden das Unternehmen in diesem Sinn anschreiben.“

Auch unsere Redaktion hat sich bei der "TIER Mobility GmbH" nach dem Vorgehen erkundigt. Es folgt eine überraschende Antwort an diesem Montag: "TIER Mobility hat bereits am 15.12.2019 die unterzeichnete Kooperationsvereinbarung an die Stadt Dresden geschickt. Der Vertrag ging an unsere Ansprechpartner in der Stadtentwicklung und ging auch an das Funktionspostfach der Stadtentwicklung. In der Vereinbarung wurden auch die Kontaktdaten unseres City-Managers in Dresden mitgeteilt. Die Stadt weiß seit dem 4. November, dass wir Mitte Januar 2020 starten wollen. Eine Reaktion der Stadt Dresden stand bis Freitag (17.01.2020) aus. Die von Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain angekündigte Kontaktaufnahme, über die wir uns sehr gefreut haben, geschah umgehend und wir stehen nun im Austausch mit der Stadt.Auch wurden unsererseits direkt am Freitag noch im Tagesverlauf die von der Stadt vorgegebenen roten Zonen in das Dresdener Geschäftsgebiet integriert, um hier allen Anforderungen der Stadt schnellstmöglich gerecht zu werden."

Aussagen, die sich nun gegenüber stehen. Verkehrsbürgermeister Schmidt-Lamontain ergänzt wie folgt: "TIER Mobility hat im Sommer vergangenen Jahres eine Musterkooperationsvereinbarung zugesandt bekommen. Dieser Text hätte mit Angaben von TIER Mobility ergänzt werden müssen. Dazu zählen die Anzahl von Fahrzeugen, die ausgebracht werden sollen und Ansprechpartner vor Ort. Diese Angaben haben wir vom Unternehmen  nicht erhalten. TIER hat uns diesen Mustertext mit einer Unterschrift zugefaxt. Die Stadt hat diesen Text nicht unterschrieben. Der Vertrag ist also bisher nicht zustande gekommen. Bei einem Vertragsschluss erwarten wir auch eine Originalunterschrift. Wir haben mit TIER Mobility bereits angeschrieben und ein Gespräch angeboten.

Ob beide Parteien in den nächsten Tagen zusammenfinden bleibt abzuwarten. Vorerst steht das gemeinsame Arbeiten jedoch nicht unter einem guten Stern,