Uni Leipzig hilft Arbeitslosen

Modellprojekt der Uni Leipzig hilft Langzeitarbeitslosen mit den psychichen Belastungen der Erwerbslosigkeit umzugehen.+++

Das Modellprojekt richtet sich vor allem an Erwerbslose der Altersgruppe 50 Plus. Erste Untersuchungen zeigen, dass bis zu 65 Prozent dieser Gruppe an psychischen Erkrankungen leiden.

So sind beispielsweise krankheitsbedingte Antriebslosigkeit und Depressionen weit verbreitet. Solche psychischen Leiden stehen natürlich einer erfolgreichen Vermittlung in neue Jobs im Wege. Die Psychologen der Uni bieten den Betroffenen deshalb Gespräche, auch im Jobcenter, sowie Gruppentherapien an. Dadurch sollen sie lernen, mit ihren psychischen Problemen umzugehen. Bei Bedarf werden auch weitergehende Behandlungen vermittelt.

Nach Einschätzung von Projektleiter Prof. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig, hat das Angebot Modellcharakter für andere Regionen. „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass psychische Erkrankungen ein großes und beseitigbares Vermittlungshemmnis in den Arbeitsmarkt darstellen. Deshalb bedarf es bundesweit niedrigschwelliger Angebote. Das psychosoziale Coaching, direkt an die Jobcenter
angegliedert, kann psychisch kranken Langzeitarbeitslosen im Sinne einer Lotsenfunktion den Weg in eine leitlinienkonforme Behandlung ebnen.“

Finanziert wird es das Projekt mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Vorerst ist es bis Ende 2013 angelegt, mit Aussicht auf Verlängerung.