Uni Leipzig: Konferenz beleuchtet wenig bekannte Seite Conan Doyles

Eine internationale Konferenz des Instituts für Anglistik der Universität Leipzig und der Inklings Gesellschaft für phantastische Literatur in Deutschland beleuchtet vom 20. bis 22. Mai eine bisher kaum bekannte Seite des Sherlock-Holmes-Erfinders.

„Der andere Conan Doyle / The Other Conan Doyle“ ist der Titel der für alle Interessierten öffentlichen Tagung in der Universitätsbibliothek Albertina, zu der etwa 60 Experten erwartet werden.

„Wir haben Referenten aus Schottland, Polen und Deutschland eingeladen“, sagt der Organisator der Konferenz, Anglistik-Professor Dr. Elmar Schenkel. Conan Doyle (1859
bis 1930) sei den meisten Menschen nur als Autor der populären Sherlock-Holmes-Krimis bekannt, berichtet der Professor für englische Literaturwissenschaft. Weniger bekannt sei dagegen, das Doyle auch historische Romane unter anderem über den Hundertjährigen Krieg und die Napoleonische Zeit sowie Science-Fiction-Bücher geschrieben, als Historiker gearbeitet und das Skifahren in der Schweiz populär gemacht hat.

„In den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens hat er sich mit Spiritismus beschäftigt. Wir finden das interessant“, sagt Schenkel. In der Bevölkerung sei damals der Bedarf nach Kontakten ins Jenseits groß gewesen. Allerdings habe Doyle der Kontakt zum Okkultismus bei Intellektuellen „sehr geschadet“. Zahlreiche Bücher hat er über Kontakte mit dem
Jenseits geschrieben. Der Autor habe sich zudem als Arzt, Kriminalist und Imperialist hervorgetan und über fast alles geschrieben.

„Wir wollen uns insbesondere auf den Doyle konzentrieren, der die phantastische Literatur und Science Fiction bereichert hat mit Erzählungen aus Parallelwelten, aus verlorenen Ländern und der Tiefsee, der sich mit den Schrecken der Erde und der Luft, mit Phantomhänden und Mumien beschäftigt hat“, sagt Prof. Schenkel über die Tagung. Doyles Roman „The Lost World“ sei mehrfach verfilmt worden und sei Grundlage für
den Film „Jurassic Park“ gewesen. Ein Vortrag am 20. Mai befasst sich mit diesem Thema.

„Wir wollen einen interessanten und phantastischen Autor entdecken, und mit ihm ein
ganzes Zeitalter“, betonte Schenkel, der in seinem Vortrag über Doyles phantastische Neurofiktionen auch kurz auf den berühmten Detektiv Sherlock Holmes eingehen wird. Die
Vorträge werden in englischer und deutscher Sprache gehalten.