Uni Leipzig: Sichelzellenanämie schützt vor Malaria

Eine Mutation ist nicht zwangsweise schlecht, sie kann auch Leben retten. So schützt eine Mutation der roten Blutkörperchen, die sogenannte Sichelzellenanämie, sogar vor Malaria und den schwerwiegenden Folgen.

Wie das funktioniert war unklar. Die molekularen Mechanismen wurden jetzt erst aufgedeckt, von einem Forscherteam der Universitäten in Oeiras (Portugal), Leipzig und Paris. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Arbeit in der hochrangigen Fachzeitschrift CELL.
Malaria fordert weltweit jährlich über eine Million Todesopfer.

Die neuen Erkenntnisse bringen erste Ansätze für eine Therapie der lebensgefährlichen Malariafolgen, wie Malariaencephalitis, an der besonders häufig Kinder sterben.

Die Sichelzellenanämie ist eine Erbkrankheit. Durch einen Gendefekt wird bei den Betroffenen ein abnormales Hämoglobin, bestehend aus dem Farbstoff Häm und einem
Eiweißmolekül, als Bestandteil der roten Blutkörperchen gebildet. Das führt dazu, dass sich die Blutzellen verändern und sichelförmig werden.

Das kann bei einer schweren Ausprägung zur gefährlichen Verstopfung von Blutgefäßen führen, bei leichter Ausprägung aber interessanterweise auch gegen Malaria helfen. Besonders in Gebieten in denen Malaria epidemieartig auftritt, gibt es daher evolutionär bedingt vermehrt Menschen die genau diese Mutation und damit eine Sichelzellenanämie aufweisen, besonders viele in Afrika.