Unihockey: Sensationeller Torhüter Nebe sichert klaren Sieg

Die Floor Fighters melden sich endgültig in der oberen Tabellenhälfte zurück.

Nachdem zu Saisonbeginn zahlreiche Spieler verletzt ausfielen und somit eine optimale Vorbereitung nicht möglich war, kommt der SGA-Zug nun langsam aber sicher ins Rollen. Nachdem man bereits in der Vorwoche beim 8:6 Sieg gegen die Berliner BAT-Boy drei wichtige Punkte einfahren, aber noch nicht glänzen konnte, sollte gegen den TV Eiche Horn Bremen nun endlich auch ein überragendes Spiel folgen.

Nach der Hinspielniederlage von 4:7 im ersten Saisonspiel im September hatten sich die Floor Fighters für das Rückspiel einiges vorgenommen. Mit einer disziplinierten Mannschaftsleistung galt es, die Vorgaben von Trainer David Makin in die Tat umzusetzen. Und dies sollte der jungen Chemnitzer Mannschaft schon nach wenigen Sekunden gelingen, als Ivan Tchernook mit einem abgefälschten Schuss das 1:0 nach nicht einmal einer gespielten Minute erzielen konnte. Somit war man sofort im Spiel und nahm dieses in den ersten Minuten auch an sich. Doch auch Bremen war hellwach und versuchte sich in der Chemnitzer Hälfte festzusetzen, zumeist jedoch ohne Erfolg. Stattdessen bestimmten die Gäste das Spiel und kamen nach toller Kombination und Vorlage durch Georg Thiele auch zum verdienten 2:0 Führungstreffer durch Kapitän Radünz. Das es trotz alle dem ein hart umkämpftes und spannendes Spiel werden würde, zeigte sich bereits im ersten Drittel in der Verteilung der Strafen. Viele hart umkämpfte Situationen zogen Strafen auf beiden Seiten nach sich, wobei die Floor Fighters bereits im ersten Drittel knapp 6 Minuten in Unterzahl agieren mussten, nachdem Franz, Herold und Radünz mit je zwei Minuten auf die Strafbank mussten. Und auch einen Penalty galt es für die Sachsen im ersten Drittel zu üb erstehen, nachdem Herold zu spät kam, zeigte das Schiedsrichtergespann den „Strafstoß“ an. Doch der für Bremen antretende Ole Neitz sollte die Chance auf den Anschlusstreffer vergeben. Torhüter Tom Nebe rückte geschickt aus dem Tor heraus und zwang somit seinen Gegenspieler, den Ball nach hinten zu ziehen, doch dies ist nicht erlaubt und somit blieb es beim 2:0.

Im zweiten Spielabschnitt blieb das Chemnitzer Team seiner konzentrierten offensiven Spielweise treu und erarbeitete sich weitere gute Chancen, lediglich mit der Ausbeute konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollends zufrieden sein. Auf der anderen Seite fanden nun auch die Bremer besser ins Spiel, die immer wieder gefährlich vor dem Gehäuse von Schlussmann Tom Nebe auftauchten. Zahlreiche kluge Pässe, unter anderem von Kleinhans und Kasche, fanden immer wieder ihr Ziel im Slot doch an diesem Tag schien der Adelsberger Goalie Nebe einfach unbezwingbar. Mit zahlreichen Reflexen und schönen Paraden, rettete er seinem Team den bis dahin knappen Vorsprung.

Nach sechs gespielten Minuten im zweiten Abschnitt dann endlich das dritte Tor, Axel Herold konnte sich erfolgreich in die Torschützenliste eintragen. Und weiter sollte es gehen, nach einem tollen Auswurf erhöhte Radünz auf 0:4 – Asssist Torhüter Tom Nebe. Mit diesem beruhigenden Vorsprung und keinem Gegentor nach 40 Minuten sollte es in die letzte Pause gehen.

Im letzten Spielabschnitt entwickelte sich ein furioses Spiel zwischen beiden Mannschaften. Insgesamt 7 weitere Strafen verteilte das Schiedsrichtergespann Piorun/Heuer an beide Teams, man spielte beinahe von der 6. bis zur 20. Minute in Über- oder Unterzahl. Phasenweise standen sich nur vier Spieler auf Chemnitzer und drei Akteure auf Seiten der Bremer gegenüber. Eine Strafe folgte der anderen und beide Teams haderten mit den Schiedsrichtern, die zwar konsequent pfiffen und sonst eine sauber Leistung ablieferten, in dieser Phase der Partie jedoch unnötig viele Strafen für kleinere Vergehen aussprachen. Doch so ist Sport und davon gab es in den letzten 20 Minuten auch noch etwas zu sehen. Nach weiteren tollen Aktionen durch Torhüter Nebe, konnten mit Sascha Franz (45.) und Marek Brincil (46.) zwei Verteidiger auf 6:0 erhöhen. Zur Abwechslung folgte im Anschluss ein weiterer Penalty für Bremen und wieder trat Ole Neitz an. Und wieder sollte er scheitern, nachdem Nebe im Tor den Winkel geschickt verkürzte. Auf der anderen Seite probierte man sich mit dem gleichen Spiel, nur das die Akteure hier René Radünz und Timothy Lizotte im Bremer Tor hießen. Und auch Radünz sollte mit seinem Penalty scheitern, nachdem er den Ball über das Tor hob. Dem Spiel bzw. dem Strafenverteilen sollte dies keinen Abbruch tun. Es ging weiter fröhlich in Unter- und Überzahl zur Sache. Kurz vor dem Ende durfte dann neben vielen Strafen, auch nochmals ein Tor in die Scorerliste eingetragen werden. Erneut Axel Herold nach Vorlage David Müller war erfolgreich und erhöhte auf 7:0. Nun galt es, die letzten knapp zwei Minuten ohne Gegentor zu überstehen und somit das Spiel zu Null zu beenden. Doch das Schiedsrichtergespann wollte im Torjubel von Herold eine provokante Geste gegen die Bremer Bank gesehen haben und stellte den Chemnitzer Center für 10+2 Minuten auf die Strafbank, die sich an diesem Tag wahrlich nicht über zu wenig Personal beklagen konnte.

In Unterzahl fightete man anschließend zwar nochmals aufopferungsvoll, doch mit dem sogenannten Shoot-Out (kein Gegentor) sollte es trotzdem nichts werden. 53 Sekunden vor Schluss konnte sich das Bremer Team nun auch endlich in die Liste der Torschützen eintragen, nachdem Janik Pfeiffer nach Vorlage von Andreas Kasche den Ehrentreffer markierte. So endet schlussendlich ein etwas kurioses Bundesligaspiel mit 3 verschossenen Penaltys und 13 verteilten Strafen mit einem überzeugenden 7:1 Sieg für das wieder erstarkte Floor Fighters Team. Eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein bärenstarker Torhüter im Chemnitzer Gehäuse sollten am Ende den Unterschied ausmachen.