Uniklinik bleibt Onkologisches Spitzenzentrum

Dresden - Nach inzwischen zwölf Jahren erfolgreicher Arbeit als Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe attestiert eine international besetzte Expertenkommission dem Krebszentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UCC) erneut eine Patientenversorgung und Forschung auf höchstem Niveau. Das im Auftrag der Krebshilfe agierende Gutachtergremium entschied deshalb, das Dresdner Krebszentrum auch in der jetzt beginnenden Förderperiode mit insgesamt drei Millionen Euro finanziell zu unterstützen.

Seit dem Start des Programms im Jahr 2007 hat das Zentrum bei den Begutachtungen immer überzeugen können. In der mittlerweile vierten Förderperiode geht es darum, die Strukturen von Krankenversorgung und Forschung noch enger zu verknüpfen. Insgesamt fördert die Deutsche Krebshilfe bundesweit dreizehn Onkologische Spitzenzentren. Das UCC ist das einzige Zentrum dieser Art in den neuen Bundesländern und eines von nur drei Zentren bundesweit, das seit Beginn dieses Förderprogramms im Jahr 2007 die begehrte Auszeichnung durchgehend tragen darf.

© NCT Dresden/Philip Benjamin

„Das Votum der international anerkannten Experten für die weitere Förderung unseres Krebszentrums als ‚Onkologisches Spitzenzentrum‘ ist ein klarer Beleg dafür, dass es uns gelungen ist, die Versorgung der Krebspatienten kontinuierlich auf höchstem Niveau sicherzustellen. Ein wesentlicher Teil dieses Erfolgs ist, dass sich das Team des Zentrums nie auf den Lorbeeren ausgeruht hat, sondern sich kontinuierlich weiterentwickelt und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Das Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC) ist seit 2015 Teil des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden, das vom Bund und dem Land Sachsen gefördert wird. Gemeinsamer Anspruch von NCT und UCC ist es, Forschung und Krankenversorgung so eng wie möglich zu verknüpfen. Dadurch erhalten Krebspatienten in Dresden eine Behandlung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Gleichzeitig werden Fragen aus dem Klinikalltag direkt ins Labor zurückgespiegelt. Die patientennahe Forschung unter dem Dach des NCT vereint die Stärken der vier Trägerinstitutionen – Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Fakultät der TU Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). „Die weitere Förderung des UCC durch die Deutsche Krebshilfe ist an die klare Forderung geknüpft, die bereits enge Verbindung von Forschung und Krankenversorgung am Dresdner Standort weiter zu vertiefen. Dieser Wandel spiegelt die aktuellen Entwicklungen in der Versorgung der Krebspatienten wider. Zum einen entsteht derzeit der Neubau des NCT Dresden, der wie das NCT/UCC-Portalgebäude räumlich beide Bereiche verbindet. Neben Laboratorien und einem Operationssaal der Zukunft wird der NCT-Neubau auch über Behandlungsräume für Patienten aus der Region und der gesamten Bundesrepublik verfügen. Zum anderen arbeiten wir intensiv am Ausbau der personalisierten Medizin. Dazu bedarf es der wissenschaftlichen Expertise der am NCT Dresden beteiligten Helmholtz-Zentren – Deutsches Krebsforschungszentrum und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Das sind die besten Voraussetzungen für eine Symbiose von Krankenversorgung und Forschung“, sagt Prof. Martin Bornhäuser. Der Hämatologe ist neben seiner Tätigkeit als Direktor der Medizinischen Klinik I auch Direktor des Universitäts KrebsCentrums und Geschäftsführender Direktor am NCT Dresden.

Mission Onkologisches Spitzenzentrum

Eine interdisziplinäre Versorgung von Krebspatienten auf höchstem Niveau sicherstellen sowie die Weiterentwicklung von Krebsforschung und -medizin voranbringen – dieses Ziel verfolgt die Deutsche Krebshilfe mit den von ihr geförderten Onkologischen Spitzenzentren. Neben dem Dresdner Krebszentrum unterstützt die Deutsche Krebshilfe derzeit bundesweit 12 weitere Onkologische Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Centers). Sie befinden sich in Berlin, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Köln/Bonn, Mainz, München, Tübingen-Stuttgart, Ulm und Würzburg.
Grundvoraussetzungen für Onkologische Spitzenzentren sind unter anderem eine zentrale Anlaufstelle für Krebspatienten sowie Tumorkonferenzen, ein interdisziplinäres Behandlungsangebot nach aktuellen medizinischen Leitlinien, ein modernes Qualitätssicherungssystem sowie innovative Forschungsaktivitäten. In diesen Comprehensive Cancer Centers sollen Krebspatienten umfassend und qualitätsgesichert versorgt sowie psychosozial begleitet werden. Die Deutsche Krebshilfe startete ihr Förderprogramm „Onkologische Spitzenzentren“ im Jahr 2007 mit dem Ziel, die Krebsmedizin bundesweit stetig zu verbessern und auf ein hohes Niveau zu bringen. Zusammen mit weiteren von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentren und Organkrebszentren bilden die Spitzenzentren ein umfassendes Netzwerk der onkologischen Versorgung, das dazu beiträgt, dass Krebspatienten in Deutschland flächendeckend nach einheitlichen hohen Qualitätsstandards behandelt werden. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir somit die Grundlagen für eine flächendeckende, strukturierte, leistungsfähige und zukunftsorientierte Patientenversorgung in Deutschland geschaffen“, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven. „Dieses hohe Niveau der Patientenversorgung ist jedoch nur durch erhebliche Mehrleistungen der Zentren möglich, die weit über eine Regelkrankenversorgung hinausgehen und daher mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand in den Zentren verbunden sind. Unsere Förderung deckt nur einen Teil dieser Mehrleistungen ab. Wir haben dies kürzlich durch ein unabhängiges Gutachten ermitteln lassen“. Im Nationalen Krebsplan sei die Bedeutung zertifizierter Versorgungsstrukturen als essenziell für die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung hervorgehoben und somit in der Gesundheitspolitik platziert. „In Zukunft wird es darum gehen, die Finanzierung dieser Strukturen adäquat und geregelt – auch durch die Krankenkassen – sicherzustellen“, so Nettekoven.