Uniklinik Dresden sucht Probanden

Das Klinikum Dresden sucht Kinder, die an einer Gräserpollen-Allergie leiden (Heuschnupfen). Mehr Infos hier im Internet unter www.dresden-fernsehen.de +++

Heuschnupfen: Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm

Dank des lang anhaltenden Winterwetters blühen zurzeit nur vereinzelt Pflanzen. Selbst die Haselnuss – der erste Frühblüher, der eine starke Pollenbelastung der Luft verursacht  – befindet sich noch in Winterruhe. Dennoch steht der Start der Pollenflugsaison unmittelbar bevor.

Die Allergie-Experten des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus raten Heuschnupfenpatienten deshalb, frühzeitig die ihnen verschriebenen Medikamente gegen die Symptome bereitzuhalten. Wenn der sie belastende Pollenflug beginnt, sollten die Arznei nicht erst bei akuten Beschwerden sondern bei entsprechenden Pollenflugmeldungen auch vorbeugend eingenommen werden. Zudem gibt es mit der Hyposensibilisierung eine Therapie mit guten Heilungschancen.

Um innovative Formen dieser Medikamente zu erproben und mehr über die langfristigen Effekte zu erfahren, starten an den Kliniken für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und für Kinder- und Jugendmedizin zwei neue Studien.

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin dagegen beteiligt sich an einer über fünf Jahre angelegten Medikamentenstudie, bei der das fehlgeleitete Immunsystem von Kindern mit einer unter die Zunge gelegten Tablette an Gräserpollen gewöhnt wird.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob das  bereits erfolgreich getestete und auch zugelassene Medikament verhindern kann, dass sich die Allergie von einem Heuschnupfen zu einem Asthma bronchiale ausweitet.

Hier ein offizieller Aufruf zur Teilnahme an einer neuen Studie:

Diese Studie soll durchgeführt werden um zu prüfen, ob eine Allergieimpfung mit der Grazax Tablette neben der Behandlung und Heilung von Heuschnupfen auch das Risiko für Kinder reduziert, Asthma zu entwickeln.
Diese Tabletten enthalten natürliche Gräserpollen und sind eine neuartige und anerkannte Behandlungsmethode für Heuschnupfenpatienten.
Die Studie wird ungefähr im September 2015 beendet sein. Während dieser Zeit wird Ihr Kind in 15 Arztbesuchen von Ihrem Prüfarzt persönlich untersucht.
Um teilnehmen zu können, muss Ihr Kind die folgenden Kriterien erfüllen:
• Junge oder Mädchen zwischen fünf und zwölf Jahre alt
• Heuschnupfen und in der letzten Gräserpollen-Saison; Symptome an Nase und/oder Augen trotz symptomatischer Behandlung (beispielsweise Antihistaminika, kortisonhaltige Nasensprays)
• Keine Asthmadiagnose

Wenn Sie und Ihr Kind an einer Teilnahme an dieser Studie interessiert sind, kontaktieren Sie bitte den unten aufgeführten Arzt.
Bevor Sie in die Teilnahme an dieser Studie einwilligen, erhalten Sie eine ausführliche Erklärung der Studie und ausreichend Bedenkzeit. Die Studie ist von der zuständigen Ethikkommission und den Gesundheitsbehörden genehmigt worden.

Kontakt für Patienten: Dr. Christian Vogelberg, Telefon: 0351 / 458 2073

Hier noch weitere Tipps der Experten:  

Wer unter Heuschnupfen leidet und besonders allergisch auf die Pollen früh blühender Bäume und Sträucher reagiert, konnte auch in dieser Woche noch tief durchatmen: „In unserer Pollenfalle haben wir bisher nur vereinzelte Haselnusspollen registriert“, sagt Privatdozent (PD) Dr. Christian Vogelberg. Der auf Allergien und Atemwegserkrankungen spezialisierte Leiter des Arbeitsbereiches Bronchopneumologie/Allergologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums ist sich jedoch wie die Allergie-Expertin der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dr. Bettina Hauswald, sicher: „Das ist leider nur die Ruhe vor dem Sturm!“
Die beiden Experten befürchten, dass der jetzt aufziehende Frühling eine umso heftigere Pollenbelastung auslösen wird. Wenn bei Pollenallergikern erste Symptome auftreten – dies sind vor allem Niesanfälle, eine laufende Nase und tränende Augen – sollten sie dies nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Wir empfehlen unseren Patienten, die ihnen gegen diese Symptome verschriebenen Medikamente bei Pollenflug kontinuierlich und regelmäßig zu nehmen“, so der Kinderarzt.

Wer nur dann zu Spray und Tablette greife, wenn es ihm gerade schlecht gehe, laufe Gefahr, dass sich die allergischen Reaktionen noch verschlimmern. Etwa, weil das ohnehin strapazierte Immunsystem Allergien gegen weitere Substanzen entwickeln kann. Auch wer erstmals – wenn auch nur geringe  – Anzeichen eines Heuschnupfens verspürt, sollte einen Arzt aufsuchen, um Klarheit über die Ursache der Beschwerden zu bekommen.

Neben guter medizinischer Betreuung gibt es einige Verhaltensregeln, die die Allergiker im Alltag entlasten können. „Wer sich abends vorm Schlafengehen die Haare wäscht, schläft oft besser“, sagt Dr. Bettina Hauswald, Leiterin der Allergieabteilung der HNO-Klinik. Denn über den Tag konnten sich Tausende von Pollen auf dem Kopf sammeln, die dann beim Liegen auf dem Kissen aufwirbeln und in die Atemwege gelangen.

Zweiter Baustein einer Allergietherapie ist die Hyposensibilisierung – das langsame Gewöhnen des Körpers an die allergenen Substanzen. Bei bis zu 70 Prozent der Patienten lässt sich die Krankheit damit so weit zurückdrängen, dass sie beschwerdefreier leben können.

Um dieses Ziel zu erreichen, stehen den Ärzten verschiedene Medikamente zur Verfügung, die eine langsam steigende Dosis einer Allergensubstanz in den Körper einschleusen. Dies erfolgt über regelmäßige Spritzen, durch Tropfen oder durch Tabletten. Die Wirksamkeit dieser Darreichungsformen wurde bereits in verschiedenen Studien belegt.
Um jedoch die Therapien weiter zu verbessern und langfristige Effekte der Hyposensibilisierung zu erforschen, beteiligt sich das Klinikum an einer Vielzahl von Studien. Für zwei in diesen Tagen startende Forschungsvorhaben werden noch Probanden gesucht, die unter einer Gräserpollen-Allergie leiden. Bei der Untersuchung der HNO-Klinik geht es darum, bei Erwachsenen die Wirksamkeit einer auf Spritzen basierenden Hyposensibilisierung zu überprüfen, die mit einer deutlich reduzierten Zahl an Injektionen auskommt.

Quelle: Universitätsklinikum Dresden
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