Unruhe in der Breisgaustraße: Müssen Grünauer ihre Wohnungen aufgeben?

Die Wohnungsbaugenossenschaft „Wogetra“ will einen Elfgeschosser in Leipzig Grünau leerziehen lassen. Während sich die Bewohner gegen ihr Schicksal wehren, ist offen, wie die Wohnungs-genossenschaft vorgehen darf. +++

Bürgeraufstand vor einem Elfgeschosser in der Breisgaustraße. Anwohner an den Häuser 67, 69, 71 und 73 versammeln sich um Stadtrat Siegfried Schlegel. Grund zur Aufregung ist dieser Brief. In ihm informiert die Wohnungsbaugenossenschaft Wogetra ihre Mieter darüber, dass man die betroffenen Hausnummern stilllegen werde. Das heißt für die Bewohner: Auszug.

Eigentlich hatte man den Grünauern zugesichert, dass ihr Wohnraum auch in Zukunft erhalten bleibt. Auch ein Stadtratsbeschluss soll es dazu geben… doch die Wogetra hat noch einem Trumpf auf der Hand, so Schlegel. Unabhängig von der Stadt kann sich die Wogetra demnach dazu entschließen, die genannten Wohnungen zu räumen und abzutragen. Unfassbar für die Bewohner.

In der 10. Etage berichtet uns Familie Küstermann von ihrem Briefwechsel mit der Stadt Leipzig. Diese Schreiben stehen im Widerspruch zu Schlegels Aussagen. Die Zeichen stehen also offenbar nicht auf Abriss. Auch Sebastian Pfeiffer vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung teilte uns auf Anfrage mit, dass Schlegel definitiv falsch liegt, wenn er der Wogetra eine größere Handhabe per Stadtratsbeschluss zugesteht.

Solch ein Punkt wurde bereits frühzeitig aus der 2007er Stadtratsbeschlussvorlage entfernt. Und dennoch bangen die Grünauer Anwohner nun um ihr Zuhause. Zwar lädt die Wogetra zu Einzelgesprächen – doch für die Genossenschaft steht der Leerzug bereits fest.