Unternehmer will OB werden

Chemnitz- „Ein guter Oberbürgermeister macht sich selbst irgendwann überflüssig“, so die Meinung des neusten Oberbürgermeister-Bewerbers Lars Faßmann. Am Montag reichte er seine Unterlagen im Wahlbüro der Stadtverwaltung Chemnitz ein, und zwar als parteiloser und unabhängiger Kandidat.

Der Unternehmer sammelte bereits als Prozessberater im Regierungspräsidium Chemnitz, sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität erste Erfahrungen im Bereich öffentlicher Verwaltung. Unter allen Problempunkten der Stadt sieht er die eingeschränkte Handlungsfähigkeit des Stadtrates am dringendsten. Dieser hat seiner Meinung nach zu wenig Einfluss auf das Handeln der Verwaltung. Laut Faßmann können große Erfolge vor allem dann verzeichnet werden, wenn man in vertrauenswürdigen Teams arbeitet, in denen man sich selbst überflüssig macht. Dafür müssen Talente identifiziert und an den richtigen Positionen eingesetzt werden.

In dem Fall bedeutet dies, auf Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger zu zugehen und die Stadt offen und transparent zu organisieren. Wie gut dies funktionieren kann, lässt sich an Faßmanns breitgefächertem Lebenslauf aufzeigen. Mit seiner Aktiengesellschaft „Chemmedia“ unterstützt er  internationale Unternehmen und große Organisationen beim Bewältigen von Veränderungen durch digitale Weiterbildungs- und Kommunikationsprozesse. Zusätzlich zählt er zu den Mitbegründern von „Kreative Deutschland“, und vertritt damit die Interessen von 1,7 Millionen Kreativ-Unternehmen. Er begleitet auch die Position als Vize-Präsident des Industrievereins Sachsen 1828, betreibt eine kleine italienische Pizzeria in Chemnitz und saniert denkmalgeschützte Häuser, die er verschiedensten Kulturschaffenden oder Vereinen zur Verfügung stellt. Da seine Aktiengesellschaft einst selbst als Start-Up begann, beteiligt er sich auch als Sponsor und Kritiker bei Startup-Wettbewerben.

Auf seiner offiziellen Website dokumentiert Faßmann (https://larsfassmann.de/) das politische Stadtgeschehen kritisch. Für ihn ist der offene Umgang mit Fehlern wichtig, um sich weiterzubilden und langfristig die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Für den Diplom-Wirtschaftsinformatiker bestehe dringender Handlungsbedarf in verschiedenen Lebensbereichen. Beispielsweise sieht er viele gesellschaftliche Vorteile durch die Steigerung des Wirtschaftswachstums. In diesem Bereich hat der Fachexperte bereits einige Ansatzpunkte in seinem Wahlkampf aufgezeigt, wie zum Beispiel die intensive Thematisierung von Armut, Start-Up-Förderung oder dem Ausbau von Technologiezentren. Für die Kulturhauptstadtbewerbung sieht er es als erforderlich, Kulturschaffende aus der Region mit einzubeziehen, um auch eine dauerhafte Kulturlandschaft zu schaffen. Auch für existierende demografische und demokratische Herausforderungen hat der Unternehmer Lösungsansätze entwickelt.

Damit er als Kandidat antreten kann, muss allerdings noch eine Hürde geschafft werden. Er benötigt mindestens 200 Unterstützer-Unterschriften, die im Rathaus, bei der Rathaus-Information/Pförtner (Montag bis Donnerstag 8-18 Uhr, Freitag 8-16 Uhr) geleistet werden können. Dafür wird der Personalausweis benötigt.

Als Einzelkandidat steht Lars Faßmann vor einem spannenden Wahlkampf. Trotzdem zeigt er sich souverän und selbstbewusst, denn für ihn steht fest: er spricht die Dinge an, die wichtig sind und ist in der Lage sie umzusetzen.