Unterschlupf der Zwickauer Terrorzelle wird abgerissen

Zwickau (dapd-lsc). Der letzte Unterschlupf der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in Zwickau wird abgerissen.

Am Mittwoch begann eine Spezialfirma damit, den Dachstuhl des vor zweieinhalb Wochen explodierten Hauses im Zwickauer Stadtteil Weißenborn abzutragen. Nach Auskunft eines Sprechers der Stadt Zwickau soll das Haus bis auf die Grundmauern zurückgebaut werden.

Die sogenannte Zwickauer Terrorzelle um die mittlerweile toten Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sowie Beate Zschäpe hatte die Doppelhaushälfte von 2008 bis 2011 bewohnt. Nach der vermutlich von Zschäpe herbeigeführten Explosion des Hauses am 4. November hatte die Polizei mehrere Waffen sowie ein Bekennervideo der NSU zu den Morden an neun Imbissbetreibern in den Trümmern gefunden.

Die Abrissarbeiten werden vom Bundeskriminalamt (BKA) überwacht. Offenbar suchen die Ermittler nach möglichen weiteren Beweisstücken zur Aufklärung der Mordserie. Mundlos und Böhnhardt sollen die etwa 130 Quadratmeter große Wohnung im 2. Obergeschoss des Doppelhauses selbst ausgebaut haben.

Derweil fürchtet die Stadt Zwickau, die als Zentrum des rechtsradikalen Netzwerkes NSU in die Schlagzeilen geraten ist, das Entstehen einer neofaschistischen Wallfahrtsstätte in der Frühlingsstraße in Weißenborn. „Das Haus darf nicht zu einem Treffpunkt von Rechtsradikalen werden. Uns wäre ein endgültiger Abriss deshalb am liebsten“, sagte Zwickaus Stadtsprecher Mathias Merz der dapd.

Die Stadt reagierte damit auf Pläne des Eigentümers, das Haus nach dem Abriss eventuell wieder aufzubauen. Ein Gemüsehändler aus dem sächsischen Schneeberg hatte das Haus erst vor wenigen Wochen gekauft.

dapd

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