Unverständnis über geplante Bahnpreiserhöhung

Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die heute vom DB-Personenverkehrvorstand Ulrich Homburg verkündeten Fahrpreiserhöhungen der Deutschen Bahn AG auf das Schärfste.+++

Erneut sollen die Bahnpreise zum Fahrplanwechsel im Dezember steigen, in diesem Jahr um 3,9 Prozent im Fernverkehr und um 2,7 Prozent im Nahverkehr. Das trotz mangelnder Qualität.

Im Dezember 2010 hatte die Deutsche Bahn erstmals seit 2002 ihre Fahrpreise im Fernverkehr nicht angehoben, mit der Erklärung, dass dies aufgrund der massiven Einschränkungen im Zug-verkehr nicht angemessen wäre.

In diesem Jahr werden die Preise erhöht und das, obwohl sich die Situation im Angebot nicht wesentlich verbessert hat.  

„Es ist ein Skandal, dass Fahrgäste ab Dezember 2011 mehr Geld für ein nicht optimal funktio-nierendes Bahnangebot zahlen müssen“, so Heidi Tischmann, Bahnexpertin des VCD.  

Im Fernverkehr war im vergangenen Jahr nur jeder fünfte Zug pünktlich, im Nahverkehr sah es nicht besser aus. Zudem hat die DB ihre Fahrgäste darauf eingestimmt, dass sie im bevorste-henden Winter wieder mit Einschränkungen und Störungen im Bahnverkehr rechnen müssen.

Dies liegt daran, dass die Deutsche Bahn noch immer nicht über eine ausreichende Reserve an Zügen verfügt. Bestellte Züge sind bisher nicht geliefert. Frühestens 2013 sei Besserung in Sicht. 

Die Begründung gestiegener Energie- und Personalkosten stößt auf Unverständnis. Zumal das Unternehmen parallel dazu bekannt gibt, dass es das einzige europäische Bahnunternehmen sei, das derzeit Gewinne erwirtschaftet.

Im Interview: Konrad Riedel (Chef Seniorenunion)

„Es ist mir unverständlich, warum die Bahn die Preise erhöht.“

Im Interview: Michael Weichert (Landtagsabgeordneter Bündnis90/Die Grünen)

„Man sollte bei den Preiserhöhungen auch an die Folgen für die Bürger denken.“