Uraufführung von „Juller“ am TdjW

Leipzig – Schon fast fehlerfrei verlief die Probe für die Theaterinszenierung „Juller“ am Mittwochabend im Theater der jungen Welt.

Das Stück basiert auf der Biografie der Karlsruher Stürmerlegende Julius Hirsch: Zweimaliger Deutscher Meister, siebenfacher Nationalspieler und Olympiateilnehmer – einer der ersten Stars des deutschen Fußballs. Trotz seines Erfolgs und seiner Anerkennung wurde er 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft systematisch ausgegrenzt, verfolgt, nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Regie führt der TdjW-Intendant Jürgen Zielinski, die Idee zum Theaterstück geht allerdings von jemand anderem aus.

„Die DFB-Kulturstiftung ist an uns herangetreten, obh wir ein Stück über die Biografie von „Juller“ machen werden und dann haben wir lange überlegt, wie wir das angehen. Dann haben wir einen Autor gesucht der gut zu uns passt und den wir sehr schätzen. Wir haben viele Gespräche geführt, auch mit der Familie, den Nachfahren von Julius Hirsch und dann haben wir irgendwann begonnen zu proben“, so Jürgen Zielinski, Regisseur des Theaterstücks.

Der Autor der Stückvorlage ist der renommierte Jugendtheaterautor Jörg Menke-Peitzmeyer. „Juller“ ist eine Inszenierung die für das Eintreten gegen Antisemitismus ebenso wie gegen Rassismus, Fremdenhass und Ausgrenzung anderer im Sport und unserer Gesellschaft generell sensibilisieren soll.

„Wir arbeiten natürlich intensiv und versuchen auch einmal deutlich zu machen, dass hier Lebensbiografien brutal abgeschnitten wurden und dass sich da Menschen freuen, dass sie eine enorme Lebensenergie haben. Das wollen wir spürbar werden lassen und nicht nur in die Köpfe versetzen sondern wir wollen natürlich auch, dass es unter die Haut führt“, sagte Jürgen Zielinski, Intendant des Theaters der jungen Welt.

Diese Inszenierung verspricht ein Wechselbad der Gefühle und lässt hinterfragend und nachdenklich zurück. Das Stück wird am 8. April um 19.30 Uhr im Theater der jungen Welt zum ersten Mal uraufgeführt.