Urteil im KWL-Prozess gefallen: Heininger für knapp 5 Jahre in Knast – Revision der Staatsanwaltschaft wahrscheinlich

Im Bestechlichkeitsprozess gegen Ex-KWL-Chef Klaus Heininger fiel heute Morgen das Urteil. Nach neun von zehn angesetzten Verhandlungstagen verkündete die Kammer am Landgericht die Strafe für Heininger und die beiden mitangeklagten Finanzvermittler.

Erst gestern forderte Staatsanwalt Till von Borries in seinem Plädoyer für Klaus Heininger eine Haftstrafe von sieben Jahren.

Damit stimmte er dem Verständigungsvorschlag von Verteidigung und Strafkammer nicht zu – diese hatten sich bereits im vergangenen Jahr auf einen „Deal“ geeinigt, der Heininger nach seinem Geständnis lediglich fünf Jahre Haft zusicherte.

Heute dann das Urteil: Für den bestechlichen Ex-Wasserwerke Chef ergeht eine Haftstrafe von vier Jahren und elf Monaten.

Interview mit Uwe Freyschmidt – Rechtsanwalt von Klaus Heininger

Heiningers Verteidiger, Uwe Freyschmidt, führte weiterhin aus, dass der Verurteilte durch seine Kreditgeschäfte einen damals nicht unüblichen Handel einging, der von vielen Städten und Gemeinden in dieser Zeit abgeschlossen wurde.

Interview mit Uwe Freyschmidt – Rechtsanwalt von Klaus Heininger

Welche Folgen Heiningers Verträge nun für die Stadt Leipzig haben, ist bisher nicht abzusehen. Auch die Annahme, dass die besagten Geschäfte ohne das Mitwissen verschiedener Gremien abgeschlossen wurden, stellte die Verteidigung heute in Frage.

Die beiden Mitangeklagten Berthold Senf und Jürgen Blatz müssen des weiteren für jeweils drei Jahre und zehn Monate, sowie 3 Jahre und elf Monate hinter Gitter. Auch in diesem Fall forderte die Anklage deutlich mehr – fünf Jahre sollten die beiden Angeklagten laut Staatsanwaltschaft bekommen.

Außerdem bleibt die Untersuchungshaft für Klaus Heininger bestehen, denn laut Kammer bietet die schwere der Strafe durchaus einen Fluchtgrund.

Doch damit ist es noch nicht vorbei. Till von Borries zeigte sich unzufrieden mit dem Strafmaß und dem Ablauf der Verhandlungen. Allem Anschein nach wird die Staatsanwaltschaft im Fall Klaus Heininger nun in Revision gehen.