VA-Tipp: Azaleenschau im Landschloss Pirna-Zuschendorf

Vom 21. April bis 6. Mai findet die 4. Azaleenschau in den barocken Festräumen des Landschlosses Pirna-Zuschendorf statt. Zu sehen gibt es über 360 Sorten. +++

Im Festsaal sitzt der Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe. In seinen im Jahre 1808 veröffentlichten „Faust I“, dem bedeutendsten Werk der deutschen Literatur, finden wir die Szene der Walpurgisnacht.

In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai besteigen Faust und Mephistopheles gemeinsam den Brocken. Dort wird der Hexensabbat abgehalten, dabei wird dem Teufel Verehrung entgegengebracht und der Teufelspakt erneuert.

Faust spricht:

Doch droben möcht ich lieber sein!
Schon seh ich Glut und Wirbelrauch.
Dort strömt die Menge zu dem Bösen;
Da muß sich manches Rätsel lösen.

Doch Mephisto lenkt Faust ab und führt ihn zum Tanze.

Beim Aufstieg wird die Szenerie beschrieben:

Mephistopheles spricht:

Fasse wacker meinen Zipfel!
Hier ist so ein Mittelgipfel
Wo man mit Erstaunen sieht,
Wie im Berg der Mammon glüht.

Faust antwortet:

Wie seltsam glimmert durch die Gründe
Ein morgenrötlich trüber Schein!
Und selbst bis in die tiefen Schlünde
Des Abgrunds wittert er hinein.

Da steigt ein Dampf, dort ziehen Schwaden,
Hier leuchtet Glut aus Dunst und Flor
Dann schleicht sie wie ein zarter Faden
Dann bricht sie wie ein Quell hervor.

Hier schlingt sie eine ganze Strecke
Mit hundert Adern sich durchs Tal,
Und hier in der gedrängten Ecke
Vereinzelt sie sich auf einmal.

Da sprühen Funken in der Nähe
Wie ausgestreuter goldner Sand.
Doch schau! in ihrer ganzen Höhe
Entzündet sich die Felsenwand.

Wer hat bei rot leuchtenden Azaleen nicht schon an Feuer gedacht; in unserer Schau ist es die Feuerglut der Hölle, die aus einen Felsspalt heraus leuchtet. Nicht weit ist der Teufel. Über ihn fliegt gerade eine Hexe zum Tanzplatz. Eine Zweite, jung, hübsch und verführerisch, will den Teufel zum Tanze locken. Rings herum stehen die prächtigsten und feurigsten Azaleen. Eine Azalee trägt auch den Namen „Feuerzauber“.

Die Ursprungsart der „Indischen Azaleen“, die in den Gebirgstälern des südlichen Chinas heimisch ist, blüht rot. Erst durch Einkreuzung anderer Arten entstand die heutige Farbenvielfalt.

Im Jahre 1808 brachte sie Kapitän Wellbank mit nach England. Zehn Jahre später wurden die Azaleen in Deutschland eingeführt. Der Katalog der Seidelschen Gärtnerei in Dresden umfasste 1836 erst 12 Sorten. Später sollten es 400 verschiedene werden. In Sachsen wurden neben Belgien die meisten Azaleen Europas produziert. Die erste deutsche Azaleensorte entstand beim Dresdner Gärtner Ludwig Leopold Liebig im Jahr 1843 und er nannte sie ’Aurora’.

Unsere eigene Azaleensammlung stammt im Grundstock aus der ehemaligen königlichen Hofgärtnerei zu Pillnitz und umfasst 360 Sorten. Erst kürzlich wurde sie, als zweite Pflanzensammlung Sachsens nach unseren Kamelien, unter Denkmalschutz gestellt.

Darüber hinaus stellt die traditionsreiche Gärtnerei Risse aus Coswig prächtige Schaupflanzen in den barocken Festräumen des Schlosses aus. Die Gärtnerei hat mehr als ein dreiviertel Jahrhundert Erfahrung mit der Kultivierung der Azaleen.

Geöffnet ist die Ausstellung vom 21. April bis 06. Mai 2012,

Di – Fr: 10.00 – 18.00 Uhr
Sa, So und Feiertage: 10.00 – 17.00 Uhr

Der Eintritt kostet 4.- € / ermäßigt 3.- €.

Quelle: Kamelienschloss

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