VC Dresden ohne Julias Beistand gegen den Meister

Im ersten Viertelfinalspiel der Play-Off-Runde tritt der VC Dresden am 17.3.13, 16 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle beim aktuellen Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys an. +++

Für den amtierenden Meister, der die Hauptrunde mit klarem Vorsprung gewann, beginnt mit diesem Spiel seine „Mission Titelverteidigung!“. Die Berliner haben sich akribisch auf dieses Projekt vorbereitet. Sie reisten dazu nach Italien und kehrten mit Spielpraxis auf sehr hohem Niveau und vielen neuen Erkenntnissen zurück. Im ersten Testspiel trafen die BR Volleys auf Trentino Volley – aktueller Tabellenführer der italienischen Liga, dreifacher Champions-League-Sieger (2009 bis 2011) und vierfacher Klub-Weltmeister (2009 bis 2012). Weitere Testspiele wurden gegen Casa Modena, den aktuellen Tabellenfünften der Serie A 1, und Marmi Lanza Verona, den Ex-Club von Robert Kromm, ausgetragen. Und weil Leistungssportler im Allgemeinen auch etwas abergläubisch sind, besuchten die Berliner in Verona die berühmte Statue der Julia, der Titelfigur in Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“, und haben wie Hunderttausende von Touristen auch vorsorglich ihre Brust berührt, um – wie man allgemein hofft – mehr Glück zu haben. Dieses Erlebnis fehlt den Männern aus der sächsischen Landeshauptstadt noch,  und sie sind deshalb in dieser Beziehung gegenüber den Gastgebern in einem hoffentlich nicht spielentscheidenden Nachteil.

Der Neuling aus Dresden, der die Hauptrunde als Tabellenzehnter beendete, sich aber in den letzten Spielen sichtlich stabilisierte,  siegte zuletzt in den drei Spielen, die ausgetragen wurden (das Spiel gegen Haching wurde bekanntermaßen wegen Wasserschaden abgesetzt): bei TV Rottenburg zum Abschluss der Hauptrunde und zweimal innerhalb von vier Tagen gegen CV Mitteldeutschland in  den Pre-Play-Off`s. Somit kommt der Einzug der Dörendahl-Männer in das Viertelfinale der Play-Off´s und damit verbunden der Klassenerhalt so überraschend nicht.

In den Vergleichen gegen den Deutschen Meister, der die Titelverteidigung anstrebt und mit Haching und Friedrichshafen die schärfsten Kontrahenten haben dürfte, sind die Wölfe allerdings klarer Außenseiter und können völlig unbeschwert aufspielen. Das sieht auch BRV-Coach Mark Lebedew so, der dem Aufsteiger seinen Respekt zollt und einen hochmotivierten Play-Off-Gegner erwartet: „Offensichtlich spielen die Dresdner in der entscheidenden Saisonphase ihr bestes Volleyball und zeigen sich stark in Form. Es war keine einfache Saison für Dresden. Nun haben sie ihre Chance genutzt und in zwei Spielen den Klassenerhalt perfekt gemacht. Ein solcher Erfolg kann enorme Energie freisetzen.“

VC-Trainer Sven Dörendahl sagt zu den bevorstehenden Spielen gegen den Titelverteidiger: „Diese Spiele wollen wir genießen. Das können wir aber nur, wenn wir uns nicht abschießen lassen. Wir müssen dem Spannungsabfall, der nach dem Klassenerhalt meist zwangsläufig eintritt, entgegenwirken.“„Wir haben unser Saisonziel – den Klassenerhalt – geschafft und gegen den Meister nichts zu verlieren. Vielleicht geht da sogar noch etwas“, stellt René Andörfer diese Frage in den Raum.

Auf alle Fälle wollen sich die Wölfe in Berlin besser präsentieren als im Januar im Punktspiel. Da waren sie von der großen Kulisse in der Max-Schmeling-Halle doch zu sehr beeindruckt.

Quelle: VC Dresden

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