VC Dresden siegt auch im 2. Pre-Play-Off-Spiel

Vor der Rekordkulisse von 1411 Zuschauern bezwangen die Wölfe am gestrigen Sonntag in der Margon Arena den CV Mitteldeutschland mit 3:1 und schafften damit den Klassenerhalt. +++

Nun stehen sie im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft und treffen in den Play-Off´s auf die Berlin Recycling Volleys. Das haben wohl nur wenige Enthusiasten dem Erstliga-Neuling zu Saisonbeginn zugetraut. 

Das Dresdner Wunder

Mit diesem Titel ist nicht die berühmte Dresdner Elbbrücke Blaues Wunder gemeint sondern die Volleyballer des VC Dresden, die unter Leitung ihres Chefcoachs Sven Dörendahl als reine Amateurmannschaft mit einem Mini-Etat den mehr erhofften als erwarteten Klassenerhalt in der Belletage des deutschen Männervolleyballs erzielten und damit alle Zweifler und Kritiker eines Besseren belehrten. Ausschlaggebend war dafür der Sieg am Sonntagnachmittag im zweiten Pre-Play-Off-Spiel gegen CV Mittedeutschland.

Wie schon im Hinspiel vor vier Tagen gewann der VC Dresden auch das zweite Pre-Play-Off-Spiel gegen CV Mittedeutschland mit 3:1 (23:25, 25:22, 25:23, 25:18) und qualifizierte sich damit für das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. In der Play-Off-Runde der besten acht Teams der Bundesliga ist nun der amtierende Deutsche Meister Berlin Recycling Volleys der nächste Gegner. Die erste Partie findet am Sonntag, den 17.3.13, 16 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle statt, das Rückspiel am darauffolgenden Wochenende 23./24.3.13. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Dresdner Wölfe begannen in der bewährten Aufstellung: Z: Santino Rost, D: Yaniel Garay, AA: Eric Grosche, René Andörfer, MB: Alan Wasilewski, Philipp Collin, L: Martin Merkel. Im Laufe des Spiels kamen Thomas Schober und Felix Pauli zu Kurzeinsätzen, während Tim Neuber, Klaus Kunert, Robert Went, Vincent Lange, Tino Walter und Christian Heymann ihren Mannschaftskameraden auf dem Feld die Daumen drückten.

Mit einer knallharten Aufschlagserie von Eric Grosche legten die Gastgeber einem Blitzstart hin und zogen mit 8:2 in Front. Anschließend konnten sie den hohen Aufschlagdruck nicht wie erforderlich aufrecht erhalten. Dagegen hatten die Gäste mit ihren risikobehafteten Hammeraufschlägen mehr Erfolg und holten Punkt für Punkt auf. Bei 21:21 erzielten sie erstmals den Ausgleich. Bis 23:23 blieb das Spiel ausgeglichen, aber am Ende erzielte der eingewechselte Florian Völker  mit einem Ass den Satzball zum 25:23 für die Piraten.

Auch der zweite Abschnitt war hart umkämpft. Bei wechselnden Führungen blieb das Spiel bis 23:22 völlig offen, wobei der überragende Gäste-Angreifer Christoph Helbig durch die Dresdner Abwehr kaum zu stellen war. Dann erzielten Eric Grosche mit einem Angriff und Alan Wasilewski mit einem Block den 25:22-Satzerfolg und damit den Satzausgleich zum 1:1. Nach einer 10-Minutenpause hatten die Gäste den besseren Start und zogen mit 5:2 in Front. Doch René Andörfer erzielte mit gezielt geschlagenen Angriffen den Ausgleich zum 7:7. Beide Mannschaften boten der begeisterten Rekordkulisse von 1411 Zuschauern, darunter u. a. mit der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz und dem Präsident des SSVB Wolfgang Söllner hohe Prominenz, einen offenen Schlagabtausch auf Top-Niveau. Yaniel Garay mit einem Angriff und Eric Grosche mit einem Ass schienen bei 22:18 eine Vorentscheidung zu Gunsten der Elbestädter herbei geführt zu haben, aber die Gäste schafften bei 24:23 wieder den Anschluss, bevor Philipp Collin den Ball zum 25:23 ins gegnerische Feld wuchtete. Nun hatten die Dresdner bei einer 2:1-Satzführung alle Trümpfe in ihrer Hand, während die Männer aus dem Chemiebezirk mit dem Rücken zur Wand standen und ihnen die Play-Downs im Kampf um den Klassenerhalt drohten.

Trotzdem hatten die Piraten den besseren Start in den vierten Abschnitt und lagen mit 11:8 in Front. Während die Gastgeber um jeden Ball verbissen kämpften, zog bei den Gästen zunehmend Unsicherheit ein. Mit üblen Flatteraufgaben brachten erst Philipp Collin und anschließend Santino Rost den Annahmeblock der Gäste ins Wanken, so dass sich in der Folge Annahme- und Angriffsfehler der Piraten häuften und die Gastgeber mit 17:13 in Front zogen. Nun glich die Halle einem Tollhaus. Angeführt von größeren Fanclubs der Volleyballdamen des DSC, der Eishockeycracks der Dresdner Eislöwen und natürlich der gastgebenden Wilden Wölfe des VCD schwappte eine Laola-Welle nach der anderen durch die Halle. Von dieser Atmosphäre getragen spielten sich die Dörendahl-Männer förmlich in einen Rausch und deklassierten den vom Kampf gezeichneten Gegner. Den Schlusspunkt zum 25:18 setzte Philipp Collin mit einem erfolgreichen Block. Am Ende hatte sich die bessere Taktik der Elbestädter durchgesetzt, die im Angriff auf mehrere Akteure (Garay-16 Pkt., Wasilewski-16 Pkt., Collin-14 Pkt., Andörfer-13 Pkt., Grosche-10 Pkt.) und einen starken Block (Collin, Wasilewski) setzten, während der Gästeangriff sich zu sehr auf Christoph Helbig konzentrierte, der mit 27 erzielten  Punkten eine exzellente Quote erzielte und drei Sätze lang am Netz dominierte, aber im entscheidenden vierten Satz merklich abbaute.

Als beste Spieler wurden CVM-Angreifer Christoph Helbig und VCD-Mittelblocker Alan Wasilewski geehrt, den seine beiden Mittelblock-Kameraden Klaus Kunert und Philipp Collin auf ihren Schultern zur Entgegennahme der Medaille trugen. Die Auszeichnung nahm die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz vor. Unser besonderer Dank gilt dem Spieltagsponsor Dresdner Stadtbibliotheken, die u. a. in bewährter Weise wieder mit einem Literaturquiz aufwarteten, bei dem die Sieger wertvolle Buchpreise erhielten.

Stimmen zum Spiel

CVM-Trainer Matthias Münz: „Es sind viele kleine Bausteine, die den Ausschlag für die Niederlagen gegeben haben. Dresden war die bessere Mannschaft. Sie hat den Sieg mehr gewollt als unser Team. Von daher haben sie nicht unverdient gewonnen.“

VC-Trainer Sven Dörendahl: „Ich bin überglücklich. Wir haben unsere Spieltaktik gegenüber der ersten Partie nicht geändert. Die Jungs waren unheimlich heiß, und vor allem unser erneut starker Block gab am Ende den Ausschlag für uns. Einige CVM-Spieler zeigten am Ende Nerven, während wir aggressiver wurden. An den Einzug in die Playoffs war sicher vor der Saison nicht zu denken, aber es ist mir eine Genugtuung gegenüber allen Zweiflern und Kritikern.“

VC-Kapitän Eric Grosche: „Einfach geil. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Ein großes Dankeschön an die Zuschauer. Sie haben uns phantastisch unterstützt. Das war eine beeindruckende Kulisse, die bei uns zusätzliche Kräfte freigesetzt hat.“

VC-Co-Trainer Rudi Kucera: „Die Mannschaft hat trotz vieler Niederlagen in der Hauptrunde immer an sich geglaubt. Sie hat sich heute mit diesem Sieg dafür selbst belohnt.“

Quelle: VC Dresden