ver.di fordert Rettungsschirm für Schlecker-Beschäftigte

Die unmittelbar vor ihrer Kündigung stehenden Schlecker-Frauen, in Sachsen über 600, warten auf die Entscheidung der sächsischen Staatsregierung.

Nach einem Gespräch am Dienstagnachmittag will der sächsische Wirtschaftsminister Morlock seine Entscheidung verkünden.

Wie sie aussehen könnte, hat er bereits letzte Woche mitgeteilt: eine besondere sächsische Lösung. Inzwischen tendieren offenbar alle anderen Bundesländer deutlich dahin, eine Transfergesellschafts-Lösung mit zu tragen. Minister Morlock aber will offenbar, dass sich in Sachsen die Betroffenen, unterstützt von der Bundesagentur für Arbeit, auf dem Arbeitsmarkt selbst und jede für sich um ihr Fortkommen kümmern.

„Das wäre unverantwortlich und mit dem Grundsatz sozialer Marktwirtschaft nicht vereinbar“, so der Landesbezirksleiter der Gewerkschaft ver.di, Thomas Voß.

Die Transfergesellschafts-Lösung abzulehnen bedeutet, die Betroffenen, die an der Insolvenz des Unternehmens nicht schuld sind, ihrem Schicksal zu überlassen. Damit sinken die Chancen, dass sie wieder in Arbeit kommen, praktisch auf Null. Und es mindert zudem drastisch die Möglichkeiten, für die andere Hälfte des Unternehmens Investoren zu finden und damit weitere 600 Arbeitsplätze im Freistaat zu sichern.

Im Interesse des Freistaates wäre alles dranzusetzen, dass so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten bleiben. Und das wäre durch Beteiligung an der Transfergesellschafts-Lösung, gemeinsam mit allen anderen Bundesländern, möglich, indem der Freistaat über eine Bürgschaft die Finanzierung absichert.

Quelle: Pressemitteilung ver.di