ver.di protestiert gegen geplante Kürzungen

Gegen die Pläne zu Kürzungen bei der Journalistenausbildung an der Universität Leipzig hat der Vorstand der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) des ver.di-Landesbezirks Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen scharf protestiert.

 „Es ist überhaupt nicht hinnehmbar, dass die Zahl der Studierenden im Masterstudiengang Journalistik um mehr als die Hälfte gekürzt, eine Professorenstelle und die Mitarbeiterstellen bis auf eine einzige gestrichen werden sollen“, erklärte Gundula Lasch, freie Journalistin und Vorsitzende der dju/Fachgruppe Medien. Sie warnte vor den Folgen, die eine Verwirklichung der Pläne mit sich bringen würde. Es könne nicht sein, dass dem Bestreben nach der Ausbildung gut qualifizierter, unabhängiger und kritischer Journalisten, die heute mehr denn je gebraucht würden, ein Knüppel zwischen die Beine geworfen werde.

„Statt sich der Verantwortung bewusst zu sein, wird so die Zukunft der Medien der Beliebigkeit preisgegeben. Und das ausgerechnet in der Stadt, in der 1650 weltweit erstmals eine Tageszeitung herausgegeben wurde, und an der Hochschule, an der 1916 das deutschlandweit erste Institut für Zeitungswissenschaft eingerichtet wurde“, sagte Lasch.

Sie appellierte an die Universitätsleitung, nicht eine historisch gewachsene und tragende Säule der Hochschule selbst zu zerstören. Nicht zuletzt trage das Institut für Journalistik auch zur Medienvielfalt in Leipzig bei.

Würden die Pläne realisiert, wäre auch eines der erfolgreichsten studentischen Radioprojekte, nämlich mephisto 97.6, das eine absolute Bereicherung für die lokale Radiolandschaft darstellt, ernsthaft in seiner Existenz gefährdet.