Ver.di ruft zum ersten mehrtägigen Streik bei Amazon auf

Ver.di will bei Amazon weiter Druck machen. Beginnend mit der Frühschicht am Montag werden die Beschäftigten zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Amazon leht es bis jetzt ab, Tarifverhandlungen aufzunehmen. +++

In der Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag beim Internet-Versandhändler Amazon will ver.di weiter Druck machen. Nach mehreren Warnstreiks und ganztägigen Streiks ruft ver.di nun in den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld beginnend mit der Frühschicht am Montag zu einem zweitägigen Streik auf.

Die ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig für Hessen und Jörg Lauenroth-Mago für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind mit dem bisherigen Verlauf der Streiks mehr als zufrieden. Bernhard Schiederig: „Da ist mächtig Druck auf dem Kessel. Bei jeder Aktion, die wir machen, beteiligen sich mehr Leute“. Jörg Lauenroth-Mago ergänzt: „Die Stimmung vor Ort wird immer besser und die KollegInnen werden langsam richtig sauer über das Verhalten der Geschäftsführung von Amazon, sich keinen Millimeter in der Frage Tarifbindung zu bewegen.“  Bernhard Schiederig von ver.di Hessen erläutert die Forderungen der Gewerkschaft: „Jetzt wird es endlich Zeit, dass Amazon einlenkt und zur Aufnahme von Verhandlungen bereit ist. Wir wollen Tarifverhandlungen führen, an deren Ende ganz klar ein Anerkennungstarifvertrag stehen muss.“ Amazon lehnt es bis jetzt ab, Tarifverhandlungen aufzunehmen.

Die Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag bei Amazon findet bundesweit Beachtung. So haben sich einige Politiker, wie der SPD Vorsitzende und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit den Streikenden solidarisch gezeigt. Auch Politikerinnen und Politiker der Linken, der SPD und von Bündnis 90/die Grünen waren vor Ort und im Gespräch mit den Beschäftigten.

Persönliche Unterstützung bei den nun anstehenden Streiktagen hat auch der ver.di Bundesvorstand zugesagt. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske besucht am Montag die Streikenden Amazon-Beschäftigten in Leipzig und am Dienstag die KollegInnen in Bad Hersfeld. Stefanie Nutzenberger, im Bundesvorstand für den Handel zuständig, wird am Montag die Streikenden in Bad Hersfeld besuchen, am Dienstag die Kolleginnen und Kollegen in Leipzig.

Amazon als größter Online-Versandhändler setzt bei den Arbeitsbedingungen Maßstäbe. An keinem der deutschen Standorte gibt es eine Tarifbindung. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt. Jörg Lauenroth Mago: „ ver.di lehnt es ab, dass Amazon dadurch Wettbewerbsvorteile genießt, dass es sich keiner Tarifbindung unterwerfen will. Damit verschafft sich der Versandhändler auch Vorteile bei den Kosten gegenüber den Versandhandelsunternehmen wie zum Beispiel Otto, Schwab oder Hess natur, bei denen die Einzel und Versandhandelstarifverträge angewendet werden.

Quelle: ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

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