ver.di und NGG starten „Dumpinglohn-Melder“ zur Bundestagswahl

14.400 Vollzeitarbeiter in Dresden auf staatliche Zuschüsse angewiesen:Dumpinglöhnen auf der Spur.

Fünf Wochen vor der Bundestagswahl wollen die Gewerkschaften ver.di und NGG eine Bestandsaufnahme der Einkommenssituation in Dresden machen. Im Fokus dabei: die Niedriglöhne. In Dresden sind nach Angaben von ver.di und NGG mehr als 14.400 Erwerbstätige trotz ihrer Arbeit auf staatliche Zuschüsse angewiesen. „Die so genannten ‚Aufstocker’ können von dem, was sie mit ihrer Arbeit verdienen, nicht leben. Schuld daran sind häufig Niedriglöhne von 5,50 Euro oder weniger“, sagt Frank Fischer. Für den Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Dresden/Oberelbe ist es „ein unhaltbarer Zustand, wenn Menschen trotz Vollzeitarbeit auf Geld aus dem Hartz-IV-Topf angewiesen sind“.

„Wir wollen wissen, wie gut oder wie schlecht Dresdener Chefs bezahlen“, sagt Volkmar Heinrich von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Der Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz kündigte ein bundesweites „Niedriglohn-Barometer“ an. Für dessen Ausschlag nach unten seien auch in Dresden gezahlte Dumpinglöhne entscheidend. „Gerade Frauen verdienen oft extrem wenig“, so Heinrich. Friseurinnen, Kellnerinnen oder Verkäuferinnen in Bäckereien arbeiteten häufig im unteren Lohnspektrum.

Die Gewerkschaften ver.di und NGG treten für einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde ein. Sie appellieren an Beschäftigte in Dresden, Dumpinglöhne zu melden – per Internet unter www.dumpinglohn.de.

Betroffene können sich auch direkt an den ver.di-Bezirk Dresden/Oberelbe (Telefon: 03 51 / 49 47 60) oder an die NGG-Region Dresden-Chemnitz (Telefon: 03 51 / 863 33 50) wenden.

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!