Verbesserung des sächsischen Waldzustandes 2010

„Das Jahr 2010 hat für den sächsischen Wald eine Atempause gebracht. Die Ergebnisse der diesjährigen Waldzustandserhebung zeigen insgesamt einen verbesserten Kronenzustand aller Baumarten“. Dieses Fazit zog Forstminister Frank Kupfer am Montagvormittag bei der Vorstellung des aktuellen Waldzustandsberichtes in Moritzburg.

Der Minister mahnte aber zugleich: „Wir müssen die Zukunft im Blick halten. Die Folgen des Tornados vom Pfingstmontag, bei dem 134.000 Kubikmeter Wurf- und Bruchholz in den Wäldern zwischen Belgern, Großenhain und Radeberg anfielen, und die Hochwasserereignisse vom August und September sind uns eine Mahnung. Wir müssen die möglichen negativen Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und unsere Kulturlandschaft weiterhin sehr ernst nehmen“. Die Fortführung des Waldumbaus sei daher unumstritten die zentrale forstliche Aufgabe in Sachsen, um die Stabilität der Wälder, ihr Anpassungspotenzial und ihre Funktionalität auch im Klimawandel nachhaltig zu sichern, so Minister Kupfer weiter.

Der Kronenzustand der Waldbäume hat sich im Jahr 2010 über alle Baumarten hinweg verbessert und sich auf ein sehr günstiges Niveau eingependelt. Die in diesem Jahr auf 284 Stichprobenpunkten erfassten 6 816 Probebäume wiesen eine mittlere Kronenverlichtung von 16,1 % auf (2009: 17,4 %). Dieser Wert liegt nur knapp über dem besten Wert der inzwischen schon 20-jährigen Messreihe (Jahr 1995: 15,9 %). Insbesondere die grundsätzlich gegenüber Luftschadstoffen empfindlicheren, mehr als 60 Jahre alten Bäume zeigen eine insgesamt positive Entwicklung.

Im Einzelnen waren im Jahr 2010 14 % der Waldfläche deutlich geschädigt (> 25 % Kronenverlichtung, 2009: 18 %), 43 % schwach geschädigt (≤ 25 % Kronenverlichtung) und 43 % ohne erkennbare Schadmerkmale.

Während im Vorjahr stärkere regionale Unterschiede im Kronenzustand auftraten, haben sich die regionalen Unterschiede im Jahr 2010 wieder verringert. Geringe Nadel- und Blattverluste traten in den beiden Wuchsgebieten des Tieflandes (Mittleres nordostdeutsches Altmoränenland / Düben-Niederlausitzer Altmoränenland) auf. Im Sächsisch-Thüringischen Löß-Hügelland und in den östlichen Gebirgen (Elbsandsteingebirge / Oberlausitzer Bergland / Zittauer Gebirge) wurden dagegen die höchsten Anteile deutlicher Schäden verzeichnet.

Quelle: Sächsisches Landwirtschaftsministerium