Verbotene Demo in Dresden – Corona-Kritiker versuchen Katz- und Mausspiel

Dresden - Die Polizei rechnete mit tausenden Demonstranten, die in der sächsischen Landeshauptstadt gegen die Corona-Maßnahmen protestieren wollen. Der Einsatz verlief jedoch wesentlich ruhiger, als vorerst erwartet. Fast 800 Polizisten lieferten sich quer durch Dresden ein Katz- und Mausspiel mit wenigen hundert Demonstranten. 

© SF/Benedict Bartsch
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die sächsische Landeshauptstadt hatte bereits vor wenigen Tagen eine Allgemeinverfügung erlassen. Demnach waren Versammlungen des "maßnahmenkritischen Klientels" im ganzen Stadtgebiet untersagt. In Telegram-Gruppen wurde dennoch nach Dresden mobilisiert. 

Gegen 15 Uhr trafen einzelne Personen am Altmarkt sowie an der Frauenkirche ein, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren wollten. Polizeibeamten sprachen diese auf die geltende Allgemeinverfügung an. Einige Demonstranten erhielten Platzverweise sowie eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, wie die Polizei am Abend mitteilt. 

Wenige Minuten später versammelten sich mehrere hundert Menschen am Comeniusplatz in der Nähe des Großen Gartens. Die Polizei setze auch dort die Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt durch. Nach Reporterschätzungen folgten ungefähr 1000 Demonstranten in kleinen Grüppchen dem sogenannten "Spaziergang" in Richtung Dresden-Striesen. Später stellte die Polizei Identitäten von mehreren Dutzend Personen fest. Gegen diese wurden ebenfalls Verfahren eingeleitet.

Die Polizei war mit vielen Beamten im Großen Garten unterwegs.
Einzelne Grüppchen folgten dem Spaziergang bis zum Schillerplatz.

Nach Reporterinformationen von vor Ort wurden in Dresden-Striesen mehrere Personen durch die Polizei festgesetzt. Sie wurden auf Waffen oder andere verbotene Substanzen kontrolliert. Auch mindestens eine Festnahme ist nach SF-Infos zu verzeichnen gewesen.

© SF/Benedict Bartsch
Ein Mann wird von der Polizei festgehalten.
© SACHSEN FERNSEHEN
Sieben Personen wurden kontrolliert.

In der Nähe der Synagoge wurden ebenfalls Personen durch Polizeibeamte "eingekesselt". Der Demotag blieb jedoch friedlich und ruhig. Insgesamt waren am Samstag 780 Polizisten im Einsatz. Die Polizeidirektion Dresden wurde dabei von der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie Berliner Polizisten unterstützt. 

© SACHSEN FERNSEHEN
Ungefähr zehn Personen wurden festgesetzt.