Verbraucherzentrale: Neue Regelungen in der Pflegeversicherung

Für die häusliche Pflege werden die Leistungen um rund 1,4 Milliarden Euro erhöht. Statt vier Wochen sind nun bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr möglich, die Pflegekasse übernimmt dafür künftig bis zu 3.224 Euro. +++

Seit dem 1. Januar 2015 haben sich die Leistungen in der Pflegeversicherung vor allem für die Pflege zu Hause verbessert, auch wenn dies noch keine grundlegende Reform des Pflegesystems darstellt.

Die meisten Pflegebedürftigen wünschen sich, so lange wie möglich zu Hause in der vertrauten Umgebung zu bleiben und dort auch gepflegt zu werden. Um diese Pflege besser unterstützen zu können, werden die Leistungen für die häusliche Pflege um rund 1,4 Milliarden Euro erhöht. Auch die Leistungen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege können zukünftig besser koordiniert werden. Statt vier Wochen sind bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr möglich, die Pflegekasse übernimmt dafür künftig bis zu 3.224 Euro. Dies gilt in ähnlicher Weise auch bei der Verhinderungspflege. Braucht der pflegende Angehörige eine Auszeit oder ist er selbst krank, wird eine Vertretung benötigt. Diese so genannte Verhinderungspflege soll unter entsprechender Anrechnung auf den Anspruch auf Kurzzeitpflege bis zu sechs Wochen in Anspruch genommen werden können statt bisher bis zu vier.

Die Leistungen für Tages- und Nachtpflege werden ausgebaut. Bisher wurden die Inanspruchnahme von Tages-/Nachtpflege und die ambulanten Pflegeleistungen zum Teil aufeinander angerechnet. Dies ist zukünftig nicht mehr der Fall. Damit steht mehr Geld für Betreuung zur Verfügung. 

Bislang hatten Demenzkranke mit Pflegestufe 0 nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch. Seit Januar 2015 können diese Menschen auch Leistungen der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege und den Zuschlag für Mitglieder ambulant betreuter Wohngruppen erhalten.

Die Zuschüsse für Umbaumaßnahmen und Pflegehilfsmittel werden erhöht. Dies betrifft z. B. Rollstuhlrampen, begehbare Duschen oder die Verbreiterung von Türen. Von bisher bis zu 2.557 Euro werden dies zukünftig bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme sein.

Pflegende Angehörige sollen unterstützt werden. Wer kurzfristig die Pflege eines Angehörigen organisieren muss, etwa nach einem Schlaganfall, kann nun eine Lohnersatzleistung für eine bis zu zehntägige Auszeit vom Beruf erhalten.

Vorwiegend körperlich beeinträchtigte Pflegebedürftige erhalten einen Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

All dies muss selbstverständlich bezahlt werden. Deshalb wird der Beitragssatz im Jahr 2015 um 0,3 Prozent erhöht. In einem zweiten Pflegestärkungsgesetz soll der Beitragssatz dann nochmals um 0,2 Prozent angehoben werden.

Um mögliche Beitragssteigerungen in der Zukunft abzufedern, wird ein Pflegevorsorgefonds gebildet. In diesen Fonds werden ab diesem Jahr jährlich die Einnahmen aus 0,1 Beitragssatzpunkten eingezahlt.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

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