Vergessener Erinnerungsort am Bahnhof Dresden-Neustadt?

Einen sensibleren Umgang mit dem Gedenkort am Neustädter Bahnhof mahnt der Verein Stolpersteine in Dresden e.V. anlässlich des Shoa-Gedenktages am 27. Januar an. +++

 Die Gedenktafel am rechten Eingang des Bahnhof Neustadt wird von Passanten kaum beachtet. „Das liegt auch daran, dass die Gedenktafel und der in den Boden eingelassene Davidstern häufig gedankenlos mit Fahrrädern zugestellt sind“, erklärt Marita Schieferdecker-Adolph vom Verein „Stolpersteine für Dresden e.V.“ „Wir fordern, dass die Stadt Dresden und die Deutsche Bahn sich mehr für den Gedenkort engagieren. Nötig wäre dafür die Sensibilisierung des Ordnungspersonals des Bahnhofs. Des weiteren muß eine ausreichende Anzahl von Fahrradständern zur Verfügung gestellt werden.

„Seit 2001 erinnern eine Gedenktafel und ein in den Boden eingelassener Davidstern am Eingang des Bahnhofs an das Schicksal Dresdner Juden im Nationalsozialismus. Viele von ihnen wurden zwischen 1942 und 1944 in Gettos und Konzentrationslager deportiert.Die Tafel besteht aus zwei Stahlplatten und einer Glasplatte, auf der ein Psalm auf hebräisch und deutsch eingraviert ist. Sechs Pflastersteine sind in das Glas eingefügt. Unterhalb der Gedenkplatte wurde in den Fußweg ein bronzener Davidstern eingelassen. Auf der Gedenktafel ist zu lesen: “Im Nationalsozialismus war der Güterbahnhof Dresden-Neustadt Ausgangspunkt oder Zwischenstation für viele Deportationen von jüdischen Frauen, Männern und Kindern. Im Oktober 1938 begann hier die Abschiebung von 724 Dresdner Juden nach Polen. Mit Zügen der Deutschen Reichsbahn erfolgte zwischen 1942 und 1944 ein großer Teil der Transporte in die Gettos Riga und Theresienstadt, in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau sowie in andere Konzentrationslager”.

Quelle: Verein Stolpersteine für Dresden e.V.

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