Vergleich der Bundesländer: Sachsen erneut auf Platz 1 beim Bildungsmonitor

Sachsen belegt beim Bildungsmonitor 2010 mit deutlichem Abstand zum fünften Mal in Folge die Spitzenposition. Zu diesem Ergebnis kommt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. +++

Sachsen belegt beim Bildungsmonitor 2010 mit deutlichem Abstand zum fünften Mal in Folge die Spitzenposition. Zu diesem Ergebnis kommt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bei ihrem am Donnerstag, 19. August in Berlin vorgestellten Vergleich der Bundesländer in Sachen Bildung.

Kultusminister Roland Wöller zeigte sich sehr erfreut über diese Nachricht. „Die Studie zeigt, in Sachsen steht Qualität und Inhalt im Mittelpunkt von Bildungspolitik. Verlässlichkeit und Stabilität ist unser Erfolgsrezept“, so der Minister. Wenn die Studie den sächsischen Schulen eine Spitzenposition einräumt, sei das aber vor allem ein Verdienst der Lehrer. „Mein Respekt und herzlicher Dank für dieses hervorragende Ergebnis gilt den Lehrern“, betonte Wöller. Der bisherige Weg sei offenbar der richtige gewesen.

Ausruhen will man sich in Sachsen auf dieser Spitzenposition allerdings nicht. „Ein erster Platz ist für uns kein Ruhekissen, sondern eine Verpflichtung. Politik, Schule und Eltern müssen auch weiterhin gemeinsam daran arbeiten, den Bildungsstandort Sachsen zukunftsfähig zu gestalten“, betonte der Minister. Die Studie zeigt, dass in Sachsen jeder Schüler zählt. Das heißt, auch Schüler aus sogenannten bildungsfernen Schichten können hier überdurchschnittlich oft zu einem erfolgreichen Schulabschluss geführt werden. „In Sachsen ist die soziale Herkunft weniger entscheidend für den Bildungsweg“, betonte Wöller.

Auch bei Schülern mit Migrationshintergrund gebe es eine höhere Erfolgsquote als in vielen anderen Regionen. Verbesserungspotential besteht noch hinsichtlich der Schulabbrecherquote. „Bei den Mittelschulen liegt die Zahl der Schüler ohne Abschluss bei 5 Prozent. Dahinter verbergen sich rund 850 Schüler. Dies ist zu viel. Wir müssen bei diesen Jugendlichen die Leistungsbereitschaft erhöhen“, erklärte Wöller das angestrebte Ziel. Um die Zahl der Schüler ohne Abschluss zu senken, wurde in den letzten Jahren bereits eine Reihe von erfolgreichen Projekten, wie „Camp plus“ oder „Produktives Lernen“, ins Leben gerufen.

Gemeinsam mit Thüringen weist Sachsen außerdem die besten Betreuungsquoten in ganz Deutschland auf. Darüber hinaus ist auch das Angebot für die schulische Ganztagsbetreuung gut ausgebaut. Rund 71 Prozent der Grundschüler erhalten durch Ganztagsangebote oder Hort eine qualifizierte ganztägige Betreuung. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 19 Prozent.

Ein weiterer Aspekt, den die Untersuchung besonders hervorhebt, ist der Anteil der Ingenieure in Sachsen. Die sächsische Schule legt dafür das Fundament. Die Stärken im MINT-Bereich (Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik) konnten weiter ausgebaut werden. In Sachsen nehmen MINT-Stunden in allen Schularten rund ein Drittel der Stundentafel ein. Mathematik, Physik, Biologie und Chemie sind bis zum Abitur verpflichtend vorgeschrieben. Die Studie machte aber auch deutlich, dass durch den demografischen Wandel der Bereich „Berufsbildung“ in Zukunft eine große Herausforderung für Sachsen darstellen wird. „In Zeiten rückläufiger Schülerzahlen steuern wir auf einen Fachkräfte- und Lehrlingsmangel zu. Das heißt, wir müssen heute schon an die Fachkräfte von morgen denken“, so Wöller. Das sei die Voraussetzung für Innovation, Wachstum und Wohlstand im Land. „Jugendliche, die die Schule verlassen, müssen fit für das Arbeitsleben sein. Schule und Wirtschaft müssen hier verstärkt Hand in Hand zusammenarbeiten“, erklärte der Minister.

Derzeit gibt es über 350 Projekte zur Studien- und Berufsorientierung im Freistaat, die die Schüler optimal auf ihr späteres Berufsleben vorbereiten sollen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft ist im Schulgesetz fest verankert. Gut schneidet der Freistaat auch im Bereich Kita ab. Sachsen hat in den letzten Jahren im Vergleich zu den anderen Bundesländern den größten Sprung bei der Qualifikation des Kita-Personals erzielt. „Erzieher haben genauso wie Lehrer eine verantwortungsvolle Bildungsaufgabe. Umso wichtiger ist es, dass wir auch sie bestmöglich qualifizieren, denn auf den Anfang kommt es an. Schon im Kindergarten werden die Weichen für den späteren schulischen und beruflichen Erfolg gelegt, so Kultusminister Roland Wöller.

Zusammen mit Thüringen weist der Freistaat Sachsen außerdem die höchste Quote bei der Ganztagsbetreuung in den Kitas und Grundschulen auf. Der Bildungsmonitor wird seit 2004 vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt. Die Studie analysiert in den 16 Bundesländern das Bildungswesen anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren von der Vorschule über die Schule bis zur Universität. Ausführliche Informationen zur Studie finden Sie unter www.insm-bildungsmonitor.de

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus und Sport

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