Verkehrsbetriebe testen erneut längere Busse

Ab Freitag werden in Dresden wieder neue Busse getestet. Mit 18,75 Metern ist der Lions City GL der Firma MAN etwa einen Meter länger als die üblichen Busse. Gefahren wurd er auf der Ersatzverkehrslinie 111 und später auf der Linie 62. +++

Ab Freitag, dem 26. April 2013, testen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) einen weiteren überlangen Bus. Die Leihgabe des Herstellers MAN soll bis 20. Mai in Dresden fahren und wird anschließend zurückgegeben.

Mit 18,75 Metern Gesamtlänge ist der Lions City GL vom Hersteller MAN etwa einen Meter länger als die üblichen Standardgelenkbusse und rund einen Meter kürzer als der zuletzt in Dresden probeweise eingesetzte CapaCity. Neben einer höheren Sitzplatzanzahl verfügt diese Ausführung vor allem im vorderen Wagenteil über ein großzügigeres Innenraumangebot. Alle vier Türen sind barrierefrei zugänglich. Wie bei allen Dresdner Bussen kann auch eine Rollstuhlrampe angelegt werden. Ab Freitag fährt der Lions City GL versuchsweise auf der Ersatzverkehrslinie 111, später kommt er auch auf der Buslinie 62 zum Einsatz. Die Fahrten im Passagierbetrieb sollen direkte Vergleichswerte zum CapaCity liefern. Wann der Bus am Freitag wo abfährt, entscheidet sich erst am Vorabend.  

Der Test gibt den Fachleuten Aufschluss über das Fahrverhalten bei Dresdner Topografie und Straßengeometrie. Vor der ersten Linienfahrt wurde der Bus mit geringem Aufwand an das DVB-Leitsystem angeschlossen. Damit funktionieren die Zielanzeigen, Haltestellenansagen und die Anzeige an den elektronischen Abfahrtsanzeigen der Haltestellen. Der Einbau einer Dresdner Kasse wäre zu aufwändig. Ersatzweise haben die Fahrer ein kleines Sortiment ausgedruckter Fahrscheine dabei. Auch die Inneneinrichtung wurde nicht verändert. Abgesehen von der Farbe der Sitzbezüge gibt es aber kaum einen Unterschied zu hiesigen Bussen. Außen weist der Lions City GL eine weiße Lackierung auf. Der schadstoffarme Motor mit EURO-V-Norm ist liegend im Heck eingebaut.

Die Beschaffung solcher oder ähnlich langer Fahrzeuge anderer Hersteller kann man sich  bei den DVB durchaus vorstellen. Sie würden kurzfristig auf stark belasteten Buslinien wie der 61 oder 62 helfen, die Spitzenlast im Berufsverkehr aufzufangen. Sie sind kein Ersatz für die deutlich leistungsfähigeren Stadtbahnen. Der Lions City GL besitzt eine allgemeine Betriebserlaubnis für ganz Deutschland und könnte, anders als die so genannten Doppelgelenkbusse, ohne Einzelgenehmigung im Liniendienst eingesetzt werden. Während ein normaler Gelenkbus aktuell bis zu 300.000 Euro kostet, schlägt die 19-Meter-Variante abhängig von der Ausstattung mit ungefähr 320.000 Euro zu Buche.

Quelle: Dresdner Verkehrsbetriebe AG