Verkehrskonzept Zoo-Kongresshalle-Gondwanaland: Maßnahmenpaket für Umsetzung liegt vor – Parken tagsüber wird gebührenpflichtig

Zur Umsetzung des im Januar von der Ratsversammlung beschlossenen Verkehrskonzeptes Zoo / Kongresshalle / Gondwanaland liegt jetzt ein Maßnahmenpaket vor, das teilweise bereits in diesem Jahr realisiert werden soll. Oberbürgermeister Burkhard Jung wird auf Vorschlag von Baubürgermeister Martin zur Nedden die entsprechende Vorlage im August in die Ratsversammlung einbringen.

Stadt und Zoo gehen davon aus, dass 2011 – im Eröffnungsjahr von Gondwanaland – mit einem erheblichen Besucherzuwachs zu rechnen ist. Nach derzeitigem Kenntnisstand reisen 60 Prozent der Besucher mit dem eigenen PKW an, 21 Prozent mit der Straßenbahn, neun Prozent gehen zu Fuß und zwei Prozent kommen mit dem Fahrrad. Dieser Situation gilt es Rechnung zu tragen. In ämterübergreifenden Arbeitsgruppen, in denen u. a. auch der Zoo, die Polizei, die LVB und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) vertreten waren, wurden entsprechende Maßnahmen zur Umsetzung des Verkehrskonzeptes erarbeitet. Neben dem Ausbau der Emil-Fuchs-Straße zwischen Löhrstraße und Leibnizstraße als Teil des Tangentenvierecks Nord und der Pfaffendorfer Straße direkt vor dem Zoo und Gondwanaland – inklusive Rad- und Gehwege – sowie der Erweiterung des Parkhauses am Zoo durch einen Anbau mit 795 Stellplätzen sind dies vor allem verkehrsorganisatorische Maßnahmen. Wichtig ist auch der Aufbau eines Mobilitätsmanagements. Durch die Schaffung attraktiver Angebote sowie durch ein entsprechendes Marketing sollen die Zoobesucher verstärkt zur Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs statt des Autos ermutigt werden, wobei auch eine Kombination von Eintrittskarte und MDV-Ticket geprüft wird. Dazu laufen derzeit Gespräche zwischen Stadt, Zoo, LVB und MDV.

Die Fußgänger sollen künftig über drei ausgeschilderte Trassen zum Zoo geführt werden.

Die erste Trasse verläuft von der LVB-Haltestelle Goerdelerring über Löhrstraße, Löhrsteig, Parthenstraße und Fußgängersignalanlage Pfaffendorfer Straße zum Zoo Haupteingang. Sie ist vor allem für diejenigen Zoobesucher attraktiv, die mit der Straßenbahn kommen bzw. ihr Auto auf einem Park-and-Ride-Platz oder künftig auf den Parkdecks der „Höfe am Brühl“ abstellen.

Die zweite Trasse beginnt am Hauptbahnhof und verläuft über Kurt-Schumacher-Straße, Keilstraße, Gerberstraße und  Parthenstraße zum Zoo. Sie ist vor allem für Fußgänger wichtig, die aus der Innenstadt, vom Hauptbahnhof oder vom Parkhaus auf der Westseite des Hauptbahnhofs kommen. Alternativ dazu gibt es die Verbindung vom Hauptbahnhof entlang des Innenstadtrings zur Pfaffendorfer Straße. Die dritte Fußgängertrasse führt von der LVB-Haltestelle Wilhelm-Liebknecht-Platz über Ernst-Pinkert-Straße und  Pfaffendorfer Straße zum Zoo. Dafür muss der Gehweg auf der Südseite der Ernst-Pinkert-Straße instand gesetzt und die Furt an der Fußgängerampel in der Pfaffendorfer Straße verbreitert werden.

Das Parkleitsystem soll über die dynamischen Anzeigetafeln künftig bei Überfüllung des Parkhauses am Zoo auf alternative „Überlaufparkhäuser“ verweisen. Der Hinweis auf auf Park-and-Ride-Plätze soll bereits auf den Autobahnen erfolgen können, wie dies im Stadtgebiet bereits der Fall ist. Darüber verhandelt die Stadt mit dem Freistaat. Um Staus in der Pfaffendorfer Straße südlich des Zoos möglichst zu vermeiden, wird die Anfahrt zum Parkhaus am Zoo ausschließlich über die Parthenstraße aus Richtung Osten ausgeschildert. Die Abfahrt vom Parkhaus erfolgt für alle Richtungen über Löhrstraße, Ernst-Pinkert-Straße, Pfaffendorfer Straße und Roscherstraße.

Der Zoo ist für Radfahrer gut erreichbar. Darüber hinaus entstehen mit der Umgestaltung der Emil-Fuchs-Straße und der Pfaffendorfer Straße vor Gondwanaland neue Radverkehrsanlagen, die das Radfahren bis zum Zoo attraktiver machen. Zwischen dem Parkhaus am Zoo und dem Erweiterungsbau werden 200 Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen. Im Umfeld des Zoos sollen nach Fertigstellung der Kongresshalle weitere Anlehnbügel eingeordnet werden.

In ihrem Beschluss vom Januar 2010 hatte die Ratsversammlung der Verwaltung aufgetragen, in bestimmten Bereichen die Möglichkeit entgeltpflichtiger Parkraumbewirtschaftung mit Bewohnerparken zu untersuchen.

Im Ergebnis dieser Untersuchungen schlägt die Verwaltung vor, das Bewohnerparken in der Nordvorstadt auch auf das Wochenende auszudehnen und die Gebührenpflicht auf Sonn- und Feiertage zu erweitern sowie die von den Bewohnern wenig genutzten Stellplätze in der Löhrstraße in gebührenpflichtige zu verwandeln. Gebührenpflicht von 9 bis 18 Uhr ist ebenfalls vorgesehen für die Straßen Kickerlingsberg zwischen Nordplatz und Springerstraße, Karl-Rothe-Straße zwischen Kickerlingsberg und Gohliser Straße sowie für die Lumumbastraße zwischen Nordplatz und Springerstraße. Bewohner werden durch Ausnahmegenehmigungen von der Gebührenpflicht befreit.

Quelle: Stadt Leipzig