Verkehrsversuch Schloßchemnitz wird beendet

Am Montag, 16. Juli, wird mit der Fertigstellung der Deckensanierung Matthesstraße der seit November 2010 durchgeführte Verkehrsversuch im Ortsteil Schloßchemnitz beendet.

Diese Maßnahme musste unterbrochen werden, da das in der Sanierung befindliche Eckhaus Matthesstraße / Bergstraße nicht die erforderliche Standfestigkeit aufwies, um erforderliche Verdichtungsarbeiten im Straßenbau durchführen zu können. Die Verkehrsfreigabe des Abschnittes soll am Montag erfolgen, wobei bis zum kompletten Ausbau des Dachgeschosses ein Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen tatsächliches Gewicht angeordnet werden muss.

Dem gebietsfremden Verkehr steht damit außerhalb des Wohngebietes eine Hauptnetzverbindung über die Schloßteichstraße und Matthesstraße zur Leipziger Straße zur Verfügung.

In einem ersten Schritt wird hierbei die Anbindung an die Leipziger Straße durch eine Rechtsein- und ausfahrt geregelt. Der stadtwärtige Durchgangsverkehr aus den umliegenden Bereichen wird vorerst weiter über die Bergstraße / Schloßteichstraße geleitet. Um diesen zukünftig auch über die Kernnetzstraßen führen zu können, bedarf es zwingend einer Ampel, die ein gesichertes Linksabbiegen von der Leipziger Straße auf die Matthesstraße ermöglicht. Diese könnte, sofern die Finanzierung im städtischen Haushalt gesichert werden kann, 2014 eingerichtet werden. Das Linksabbiegen von der Matthesstraße auf die Leipziger Straße in Richtung Limbacher Straße wird jedoch auch mit Signalisierung untersagt bleiben. Über die Verbindung Schloßteich- / Berg- / Hartmannstraße ist diese Verkehrsrelation ausreichend bedient.

Die neue Verkehrsführung auf den Kernnetzstraßen wird u.a. unterstützt durch die veränderte Vorfahrtsregelung an der Einmündung Schloßteichstraße/ Hechlerstraße. Die Bevorrechtigung der Schloßteichstraße hat sich bewährt und wird dauerhaft beibehalten. Die Unfallhäufungsstelle konnte durch die neue Vorfahrtsregelung entschärft werden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde ergänzend die zulässige Geschwindigkeit auf der Hechlerstraße (Hechlerberg, bergab) auf 30 km/h reduziert.

Voraussetzung für die Vorfahrtsänderung war, den gebietsfremden stadtwärtigen Durchgangsverkehr innerhalb des Wohngebietes zu verlagern und weitgehend auf die Zufahrt Schloßteichstraße zu verlagern. Durch die Einrichtung der Einbahnstraße auf der Bergstraße zwischen Mittelstraße und Schloßteichstraße stadtwärts und das Linksabbiegen in die Schloßteichstraße wurde dem Fahrzeugverkehr eine leistungsfähige Alternativstrecke angeboten, die dauerhaft beibehalten wird.

Durch die Einbahnstraßenregelung auf der Bergstraße wurde zudem der landwärtige Verkehrsstrom (Richtung A 4) auf die Hartmannstraße – Leipziger Straße verlagert. Dadurch konnte die Bergstraße von lärmintensiven bergauffahrenden Fahrzeugen sowie die Kaßbergstraße vom Durchgangsverkehr Richtung B95 entlastet werden. Auch diese Regelung wird nach Ende des Verkehrsversuches beibehalten.

Die Zufahrt der Winklerstraße in Höhe Bergstraße wird mit Ende des Versuches für den Pkw-Verkehr wieder freigegeben. Durch die umgesetzten verkehrsrechtlichen Maßnahmen wird eine Durchfahrt durch das Wohngebiet jedoch unattraktiv. So wurde bereits das Längsparken vom Gehweg an den Fahrbahnrand verlagert, was die nutzbare Fahrbahnbreite für den fließenden Verkehr einengt. Darüber hinaus ist der Verkehrsstrom vom Hechlerberg durch die neue Vorfahrtsregelung an der Schloßteichstraße wartepflichtig. Gerade in den Spitzenstunden sind hier spürbare Wartezeiten zu verzeichnen. Das soll helfen, weiterhin den wesentlichen Teil des Durchgangsverkehrs auf die Bergstraße zu verdängen, auf der ein erheblich leichteres Vorankommen gewährleistet ist. Dem Schwerverkehr bleibt die Zufahrt Winklerstraße weiterhin untersagt – der Lieferverkehr des Gebietes ist ausgenommen.

Die neue Führung stadtwärts ist mit wegweisender Beschilderung über die Bergstraße – Schloßteichstraße ausgewiesen. Von der Leipziger Straße aus wird der Verkehr auf eine überbreite Rechtsabbiegespur der Winklerstraße und weiter zur Bergstraße geleitet – bis zur Umsetzung einer gesicherten signalisierten Führung über die Leipziger Straße zur Matthesstraße. Im weiteren Verlauf sind auch die Ampel an der Bergstraße/Salzstraße und Bergstraße /Schloßteichstraße so koordiniert geschalten, dass bei ungestörtem Verkehrsfluss keine größeren Wartezeiten auftreten.

Auch im Bereich der Salzstraße zwischen Schönherrstraße und Friedhof wird das Parken wieder vom Gehweg auf die Fahrbahn verlegt. Die verbleibende Fahrbahnbreite ist ausreichend für eine Straße mit vorherrschender Wohnfunktion in einer Tempo-30-Zone mit geltender Rechts-vor-Links-Regelung.

Nicht alle im Rahmen des Versuches erarbeiteten Maßnahmen zur zukünftigen Verkehrsführung im Bereich Schloßchemnitz sind sofort umsetzbar. So können weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen, die die Durchfahrt durch das Gebiet unattraktiver machen, erst mit der Ampel Leipziger Straße / Matthesstraße umgesetzt werden. Hierzu zählt u. a. die Verkürzung der Grünphase für Linksabbieger von der Leipziger Straße in die Winklerstraße. Auch die Ausfahrt aus dem Wohngebiet zur Leipziger Straße über den Leipziger Platz wird es dann so nicht mehr geben. Das nördliche Ende der Bergstraße wird geschlossen, als Ausfahrt aus dem Wohngebiet auf die Leipziger Straße Richtung Autobahn dient dann die Winklerstraße.

Der Verkehrsversuch wurde durch umfassende Verkehrserhebungen begleitet. Auch im Nachgang, geplant für die Zeit nach den Sommerferien, wird eine abschließende Erhebung im Auftrag des Tiefbauamtes durchgeführt. Sie soll die realen Veränderungen im Verkehrsfluss aufzeigen und die Wirksamkeit der Maßnahmen bewerten. Generell bleibt das Verkehrsgeschehen im Gebiet Schloßchemnitz weiter unter Beobachtung. Die erreichten Verbesserungen für die Bewohner des Gebiets sind spürbar, aber letztlich nur ein erster Schritt zu einer umfassenden Verkehrsberuhigung im Gebiet.