Verletzte bei Ausschreitungen am neuen Zeltlager für Flüchtlinge in Dresden

Bei Demonstrationen von NPD als auch von Asylbefürwortern ist es an dem Gelände auf der Bremer Straße zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen sowie zwischen Rechten und der Polizei gekommen. +++

Die neue Zeltstadt in Dresden für rund 1.100 Flüchtlinge, ist am Freitag weitgehend fertiggestellt worden. Am späten Abend zogen die ersten Asylbewerber, die vorher in der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht waren, ein. 

Am Freitagabend fanden vor dem Eingang an der Bremer Straße zwei Kundgebungen statt. An einer Spontandemonstration unter dem Motto „Flüchtlinge Willkommen“ nahmen bis zu 350 Personen teil.

Auch die NPD hatte eine Kundgebung unter dem Motto „Asylflut stoppen – nein zur Zeltstadt auf der Bremer Straße“ mit 25 Teilnehmern angekündigt. An der Versammlung nahmen letztlich 200 Personen teil. Gegen 19.30 Uhr wurde sie beendet. Bis dahin verliefen beide Versammlungen friedlich. Es blieb bei verbalen Auseinandersetzungen.

Kurz danach versuchten 30 Personen aus der ehemaligen NPD Versammlung zur Gegenversammlung zu gelangen. Einsatzkräfte verhinderten diesen Durchbruchsversuch. Dabei setzten die Beamten auch Pfefferspray ein. Gleichzeitig warfen Unbekannte mehrere Plastik- und Glasflaschen sowie Pyrotechnik und sogar eine Warnbake in Richtung der Gegendemonstranten. Dabei erlitten zwei Frauen im Alter von 15 und 25 Jahren sowie ein 60-jähriger Mann Verletzungen. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ein.

Einsatzkräfte konnten den Werfer der Warnbake identifizieren und vorläufig festnehmen. Ermittlungen ergaben, dass durch seinen Wurf niemand verletzt wurde. Der 25-Jährige muss sich dennoch wegen Landfriedensbruchs verantworten. Er verbrachte die Nacht im Gewahrsam der Dresdner Polizei. Nach seiner Vernehmung wurde er heute Vormittag wieder entlassen.

Nachdem Polizeibeamte die Gruppierung abgedrängt hatten, setzte ein spürbarer Abgang der ehemaligen Versammlungsteilnehmer ein. Die letzten Personen entfernten sich bis 2 Uhr vom Ort.

Im Bereich einer Tankstelle an der Hamburger Straße stellten Einsatzkräfte die Identität von 17 Personen fest. Ermittlungen werden zeigen, ob diese Gruppe mit dem Landfriedensbruch in Verbindung steht.

Ca. 50 Einsatzkräfte waren zur Absicherung der Versammlungen im Einsatz.

Die Dresdner Polizei ist seit Freitagvormittag rund um die Uhr im Bereich der Dresdner Zeltstadt präsent, es kommen zusätzliche Beamte zum Einsatz.

Der Dresdner Polizei sind für das aktuelle Wochenende bislang keine angezeigten Versammlungen bekannt.     

Quelle: Polizei Dresden/News Audiovision